Als nach der Fußball-Weltmeisterschaft 1994 Fans ausgelassen auf der Leopoldstraße feierten, wurde die Idee geboren, diese monatlich einen Tag für den Verkehr zu sperren und eine Flaniermeile entstehen zu lassen. Diese Idee scheiterte freilich - doch das einige Jahre später darauf basierende Festival Corso Leopold hat sich mittlerweile als eines der größten Straßenfestivals in München etabliert. Auch am 24. und 25. Mai wird diese nun für Autos gesperrt sein. Zwischen Siegestor und Münchner Freiheit verwandelt sich die Straße erneut in Münchens größtes Straßenkulturfestival. Parallel dazu lädt zwischen Siegestor und Odeonsplatz das Zamanand Festival zu Diskussion, Musik und Mitmachaktionen rund um Klima- und Umweltschutz ein.
Rund 200 000 Gäste erwarten die Veranstalter des Corso Leopold. Auf zehn Bühnen treten rund 200 Künstler und Künstlerinnen auf. Vereinsvorsitzender Andreas Keck schätzt die Zahl aller Beteiligten auf mehr als 1000. „Früher wollte ich nicht vor die Tür, wenn der Corso ist, weil es nur Wurstbuden und alte Rockmusik gab und Leute von außerhalb kamen. Aber das ist nun überhaupt nicht mehr der Fall“, freut sich Annette „Leo“ Hartmann, Schriftführerin des Vereins. Sie kuratiert die Bühne Sing & Swing und organisiert den neu platzierten Corso Leopoldino – ein Areal speziell für Kinder und Familien direkt an der Münchner Freiheit. Dort warten unter anderem Staffelmalerei und ein Steckenpferd-Parcours auf junge Gäste.
Auch jüngere Erwachsene sollen stärker angesprochen werden: Mit einer Bühne für elektronische Musik und Dancehall vom Kollektiv Soundsystem Kultur München möchte der Verein hinter dem Corso Leopold die Lücke zwischen Kinderprogramm und klassischem Straßenfest schließen.
Das diesjährige Motto des Corsos lautet: „Wandel gestalten – Gemeinsam. Kreativ. Nachhaltig“. Auch inhaltlich spiegelt sich das wider: Es gibt Infostände zu Umweltprojekten, eine neue LeoLatino-Bühne mit Darbietungen aus der lateinamerikanischen Community, die Lederhosn-Bühne für bayerisches Programm, Big Bands auf der Vintage-Bühne und Gospelmusik und Kabarett auf der Traumstadt-Bühne.

Für Besucher ist der Corso Leopold kostenlos, doch mit 180 000 bis 200 000 Euro für die Veranstalter kostenintensiv. Die pandemiebedingte Förderung falle weg, kommunale Mittel wurden gekürzt. „Wir sind immer am Kämpfen, dass wir dieses ganze Projekt finanziert bekommen“, sagt Andreas Keck. Deshalb will der Verein nun gezielter um Spenden und neue Mitglieder werben – unter anderem über die Plattform WirWunder.
Ein Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf dem Thema Klimabewusstsein. Der Corso ist Teil des städtischen Pilotprojekts „Nachhaltige Veranstaltungen“. Schon 2024 wurden Ideen gesammelt, um Müll, Emissionen und Ressourcenverbrauch zu senken. Neu sind dieses Jahr ausgeschriebene Fahrradparkplätze, LED-Leinwände statt Plakate, Wertstoffinseln zur Mülltrennung und mehr vegane und vegetarische Speisen. Der ehemalige Nationalmannschafts-Koch Holger Stromberg bringt mit seinem Foodtruck fleischlose Gerichte auf die Straße.
Am Siegestor geht der Corso Leopold in das Zamanand Festival über. Neben Konzerten auf acht Bühnen liegt der Fokus auf Umweltbildung und Mitmachaktionen. In der Themenreihe „Zamanand in Europa“ gibt es Gespräche und Podiumsdiskussionen zum europäischen Zusammenhalt.
Besucherinnen und Besucher können sich außerdem Anregungen für einen klimafreundlichen Alltag holen: Tipps für artenreiche Balkone, Informationen zum nachhaltigen Bauen vom Bauzentrum München oder kreative Workshops wie Lavendeldruck. Auch für Kinder gibt es ein Mitmachangebot, darunter Streetball und ein Seifenblasenrad.

