Festivals in München:Ungewisse Zukunft für den Corso Leopold

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Festivals in München: Voller Corso vor Corona: Das Straßenfest auf der Leopoldstraße war stets beliebt. An diesem Wochenende findet es nun wieder statt.

Voller Corso vor Corona: Das Straßenfest auf der Leopoldstraße war stets beliebt. An diesem Wochenende findet es nun wieder statt.

(Foto: Florian Peljak)

Am Wochenende findet der Corso Leopold statt - doch die Zukunft des Straßenfestes ist unsicher. Denn der Erfinder Ekkehard Pascoe zieht sich zurück.

Von Thomas Anlauf

Nach dem überraschenden Aus des Streetlife Festivals auf der Ludwigstraße steht nun auch der parallel stattfindende Corso Leopold vor einer schwierigen Zukunft. Ekkehard Pascoe, Vorsitzender, Mitbegründer und Erfinder des Straßenfests auf der Leopoldstraße, wird sich nach dem Corso an diesem Wochenende aus der Organisation zurückziehen. "Es ist unfassbar viel Arbeit", sagt Pascoe, der am Sonntag seinen 74. Geburtstag natürlich mitten auf der Leopoldstraße feiert, die seit ihren Anfängen vor fast einem Vierteljahrhundert an zwei Wochenenden im Jahr für den Autoverkehr gesperrt und für Flaneure und Feiernde geöffnet wird.

"Eigentlich ist das Fest zu groß geworden", sagt der Grünen-Politiker, der seit Jahrzehnten im Bezirksausschuss Schwabing-Freimann ist. Er gehe jetzt aus der ersten Reihe, er werde langsam zu alt für die Aufgabe. Gemeinsam mit seinem Stellvertreter im Corso-Vorstand Lars Mentrup stemmt er das Festival zwischen Münchner Freiheit und Georgenstraße. Bis auf freiwillige Helfer müssen SPD-Stadtrat Mentrup und Pascoe den Corso jedes Mal selbst organisieren. Es geht nicht nur um die Programmgestaltung mit zahlreichen Kulturveranstaltungen, sondern auch um Bühnenaufbau, unzählige Bierbänke, die herangeschafft werden müssen, bis hin zur Organisation von Sicherheitsleuten. Pascoe ist dabei der einzige, der einen Führerschein für Lkw bis zu 7,5 Tonnen hat, um alles Nötige herbeizuschaffen. Und das mit nun fast 74 Jahren. Er hofft nun auf einen Generationenwechsel, schließlich will sich der ehemalige Lehrer wieder mehr auf eine weitere Leidenschaft konzentrieren: das Theater.

Los geht es an diesem Samstag um 16 Uhr

Die Ursprünge des Corso liegen noch im vergangenen Jahrhundert. 1994 formulierte Thomas Pampuch in der Publikation Schwabing extra erstmals die Forderung, die Leopoldstraße zwischen Mai und Oktober an Wochenenden für den Autoverkehr zu sperren. Dazu entstand dann von Ekkehard Pascoe der Name Corso Leopold mit einem Logo, auf dem neben einem Fußgänger steht "Geht doch!". Danach ging es schnell: 1996 organisierten Pascoe und parallel dazu der Verein Green City eine erste Radlersternfahrt, 2000 genehmigte der Stadtrat, für die Demo die Ludwig- und Leopoldstraße zu sperren. Drei Jahre später starteten offiziell Streetlife und Corso Leopold parallel auf der Meile zwischen Odeonsplatz und Münchner Freiheit. Bis zu 250 000 Menschen flanierten vor der Corona-Pandemie an einem Wochenende über Ludwig- und Leopoldstraße.

An diesem Wochenende wird nun erstmals der Corso Leopold nördlich des Siegestors ohne das Streetlife Festival von Green City stattfinden. Die Münchner Umweltorganisation hat kürzlich beschlossen, das Festival südlich des Siegestors nicht mehr zu organisieren und sich mehr auf Umweltaktionen in Stadtvierteln zu konzentrieren. Eröffnet wird der Corso Leopold an diesem Samstag um 16 Uhr und dauert bis zwei Uhr, am Sonntag wird von elf bis 21 Uhr auf der Party- und Kulturmeile gefeiert. Es gibt zahlreiche Infostände, Diskussionsrunden, Konzerte und natürlich viele Getränke- und Essensstände. Am Sonntag, 29. Mai, wird um 17 Uhr vor der Buchhandlung Lehmkuhl Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) ein Grußwort sprechen.

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