Süddeutsche Zeitung

S-Bahn München:Die Rückkehr zum Normalbetrieb

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Weil sich Fahrgäste über zu volle Züge beschwerten, in denen die Abstandsregeln nicht eingehalten werden konnten, fährt die S-Bahn von Montag an wieder ihr reguläres Programm.

Von Andreas Schubert

Die Beschwerden von Fahrgästen über zu volle Züge in den Hauptverkehrszeiten, in denen die geltenden Abstandsregeln nicht eingehalten werden können, reißen nicht ab. Der Grund: Um während der Corona-Krise Personal zu schonen, hat die Bahn den S-Bahnbetrieb Ende März auf den Samstagsfahrplan umgestellt.

Von Montag, 18. Mai, an, fährt die S-Bahn allerdings wieder das volle Programm. Gleichzeitig verlängert die Bahn das Angebot, an den Außenästen zusätzliche Busse fahren zu lassen, bis Ende Mai. Die Fahrpläne sind im Internet unter s-bahn-muenchen.de/zusatzverkehre abrufbar.

An einzelnen Linien hatte die Bahn bereits nach ersten Beschwerden nachgebessert und morgens Langzüge eingesetzt, "so viele wie noch nie", wie eine Sprecherin sagt. Die Bahn hat wiederholt erklärt, dass dies alles nicht so einfach sei, weil auch für die Bereitstellung von Fahrzeugen Personal gebraucht werde. Und hier bestehe das Risiko von krankheitsbedingten Ausfällen. Die Vorgabe der Bayerischen Eisenbahngesellschaft und damit des Freistaats lautete, lieber einen etwas reduzierten Betrieb zu liefern, aber dafür einen dauerhaft stabilen.

Störungen, wie beispielsweise am vergangenen Montagabend am Ostbahnhof, als ein Baukran in eine Oberleitung fiel, bringen das Konzept dann natürlich durcheinander. Hier seien Züge dann stärker nachgefragt als sonst, erklärt die Bahn-Sprecherin. "Genau dafür gilt ja die Maskenpflicht im gesamten öffentlichen Verkehr." Gemeinsam mit den Partnern im MVV biete man durch die gesamte Corona-Krise hindurch öffentliche Mobilität an. "ÖPNV funktioniert in Corona-Zeiten aber nur mit der Eigenverantwortung aller Reisenden."

Weil es so viele Beschwerden über volle Züge gab, hatte das bayerische Verkehrsministerium eine Telefon-Hotline eingerichtet (089/2192-3020, erreichbar von 8 bis 18 Uhr), unter der Fahrgäste sich direkt ans Ministerium wenden können. Verkehrsministerin Kerstin Schreyer hatte zudem dazu geraten, überflüssige Zug- und Busfahrten in der Corona-Krise zu vermeiden.

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Quelle:
SZ vom 16.05.2020 / schub/lfr
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