Corona-Pandemie:Die Inzidenz steigt weiter

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Corona-Pandemie: Kaum ein Wiesn-Besucher trägt einen Mundschutz.

Kaum ein Wiesn-Besucher trägt einen Mundschutz.

(Foto: IMAGO/Wolfgang Maria Weber/IMAGO/Wolfgang Maria Weber)

Knapp zwei Wochen nach Beginn des Oktoberfests ist sie bei 792,8. Auf den Intensivstationen liegen aber weiterhin nur wenige Covid-Patienten.

Die Corona-Inzidenz in Bayern steigt - vor allem in der Landeshauptstadt gehen die Zahlen rapide nach oben. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) von Freitag liegt die Inzidenz in der Stadt München bei 792,8. Am Vortag lag sie bei 695,8. In den vergangenen sieben Tagen gab es 11 795 Fälle. Die Münchner Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek (SPD) geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl "vier- bis fünffach höher" sei. Die Dunkelziffer sei groß, nicht jeder der Symptome habe, mache einen PCR-Test, lieber daheim einen kostengünstigeren Schnelltest.

Der Anteil der Patienten, die in München mit Covid-19 auf Intensivstationen liegen, bleibt allerdings gering - sie liegt nach Auskunft des Divi-Intensivregisters (Stand: 6.18 Uhr) bei 5,44 Prozent. 23 Menschen liegen aktuell mit dem Virus auf einer Intensivstation. Trotzdem sind die Intensivstationen in der Landeshauptstadt gut gefüllt. Von 422 Intensivbetten sind aktuell 398 belegt.

Auch im Freistaat steigt die Inzidenz abermals stark an, sie liegt am Freitag bei 654,8. Am Donnerstag lag sie bei 594,8.

Ein direkter Zusammenhang des besonders starken Anstiegs in München mit dem Oktoberfest lässt sich derzeit zwar kaum beweisen, er liegt aber nahe: Auch bei anderen Volksfesten hatte sich häufig etwa eineinhalb Wochen nach Beginn ein starker Anstieg in den Inzidenzen gezeigt. Oft waren diese dann noch einige Zeit weiter gestiegen. Auch Experten hatten im Vorfeld des Oktoberfests eine "Wiesn-Welle" vorhergesagt.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der erfassten Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Menschen innerhalb einer Woche, hat inzwischen allerdings ein Stück weit an Aussagekraft eingebüßt. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Corona Fälle aus - vor allem, weil bei weitem nicht bei allen Infizierten ein PCR-Test gemacht wird. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen und Übermittlungsprobleme zur Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Insgesamt weisen 78 der 96 Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern inzwischen Inzidenzen über 500 auf. Das sind fast doppelt so viele wie am Mittwoch, als 40 Landkreise eine Inzidenz von mehr als 500 hatten. Den höchsten Wert meldet der Landkreis Miesbach mit 923,2 gefolgt von den Kreisen Ebersberg (913,8) und Rosenheim (912,0).

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