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Corona-Krise:Zwei weitere Todesfälle in München - aktuell 2501 Infizierte

Coronavirus Case Confirmed In Germany

Die München Klinik in Schwabing ruft zu Geld- oder Sachspende auf. Man freue sich über jede Unterstützung, heißt es.

(Foto: Getty Images)
  • Mit etwa 100 Covid-19-Patienten habe man "augenblicklich deutschlandweit die meisten" Infizierten behandelt, meldet die München Klinik.
  • Die Auslastung der Krankenhäuser wird zwischen Gesundheitsreferat und mehr als 50 Kliniken in der Stadt abgestimmt.
  • Die städtische Branddirektion beliefert Krankenhäuser, aber auch Pflegeeinrichtungen oder Zahnärzte mit Schutzmaterial aus einem bayerischen Zentrallager.

Die Zahl der Corona-Infizierten in München ist am Montag um 245 auf 2501 gestiegen. Zwei Patienten, ein 68-Jähriger sowie eine 66-Jährige, starben an Covid-19. Die Zahl der Todesfälle in München liegt damit bei fünf. Die Münchner Kliniken rechnen in den nächsten Wochen mit einem starken Anstieg an Intensivpatienten, die versorgt werden müssen. Axel Fischer, Chef der München Klinik, sagte schon vor eineinhalb Wochen, dass sich der Kampf gegen das Coronavirus "in den Kliniken abspielen" werde. Rund 100 Covid-19-Patienten habe man bereits behandelt, meldete die München Klinik am Montag, und damit "augenblicklich deutschlandweit die meisten". Gleichzeitig ruft die Klinik zu Spenden auf: Ob Geld- oder Sachspende, man freue sich über jede Unterstützung. Eine kanadisch-chinesische Firma etwa habe kürzlich 13 000 FFP2-Atemschutzmasken gespendet, heißt es.

Seit vergangenem Montag beliefert außerdem die städtische Branddirektion Krankenhäuser, aber auch Pflegeeinrichtungen oder Zahnärzte aus einem bayerischen Zentrallager mit Schutzmaterial. Mehr als 50 000 Mund-Nase-Masken, 12 000 Halbmasken, 8000 Packungen Desinfektionsmittel und 5500 Schutzanzüge seien seitdem ausgeliefert worden. Der Bedarf sei zwar gedeckt, jedoch könne man "nicht sofort alle Anforderungen zu 100 Prozent erfüllen", so der Sprecher.

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Auch die Auslastung der Krankenhäuser wird zwischen Gesundheitsreferat und mehr als 50 Kliniken in der Stadt abgestimmt. Neben der München Klinik behandeln die beiden Universitätskliniken viele Covid-Patienten. In den zwei Krankenhäusern der LMU liegen derzeit 57 davon, 19 von ihnen auf Intensivstationen. Und am Klinikum rechts der Isar, wo die Verteilung in etwa die gleiche ist, beschreibt Infektiologe Christoph Spinner die größte Herausforderung im Moment: "Wir haben den Eindruck, dass die Aufnahme in den letzten zwei Tagen eher im späteren Erkrankungsstadium bei bereits drohender respiratorischer Erschöpfung, direkt auf die Intensivstationen erfolgt." Aber er beruhigt: Die notwendige medizinische Versorgung werde für alle Patienten, egal ob Covid-19 oder nicht, weiterhin gewährleistet.

Trotzdem hat Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs die niedergelassenen Ärzte der Stadt dazu aufgerufen, Schwerpunktpraxen für die Testung und Behandlung von leicht erkrankten Covid-19-Patienten zu etablieren. "Bitte stellen Sie sich Ihrer Verantwortung", so Jacobs. "Wir brauchen in dieser Krise jede Ärztin und jeden Arzt, um die Patientenversorgung zu gewährleisten."

Testergebnisse online abfragen

Fast 2000 Münchner haben bereits davon profitiert: Wer in der vergangenen Woche an der Drive-in-Teststation für das Coronavirus auf der Theresienwiese einen Rachenabstrich bekommen hat, konnte mitunter sein Ergebnis, sofern es negativ war, digital erfahren und musste nicht auf einen Anruf von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) warten. Mehr als 1950 Testergebnisse seien bereits auf digitalem Wege kommuniziert worden, sagt Oliver Miltner. Er ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie in Berlin und außerdem Gründer der sogenannten Doctorbox, einer Internet-Plattform, die er ursprünglich für die zentrale Verwaltung von Gesundheitsdaten entwickelt hat. Vor gut zwei Wochen sei das Münchner Labor Becker & Kollegen auf ihn zugekommen und habe ihm von der schleppenden Kommunikation von Testergebnissen erzählt, so Miltner. Bereits eine Woche später sei das Pilotprojekt in Kooperation mit der KVB angelaufen.

Zurzeit erfolgt die überwiegende Mehrzahl der Ergebnisübermittlungen weiterhin auf telefonischem Wege. Bei positivem Befund meldet sich das Gesundheitsamt bei den Erkrankten und informiert sie über weitere Schritte. Bei negativem Befund informiert die KVB. Weil dabei oft Beratungsbedarf entstehe, habe man sich für den Telefonweg entschieden, heißt es von der KVB. Dies führt jedoch zur Überlastung: Es dauere derzeit "leider fünf bis sieben Tage".

Für Miltner ist klar: Das Gesundheitssystem müsse auch an dieser Stelle entlastet werden. Deshalb stellt er die Dienste seiner Plattform den Laboren und Patienten nach eigener Auskunft kostenlos zur Verfügung. kel

© SZ vom 31.03.2020/aner

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