Corona-Pandemie:Inzidenz in München steigt rasant

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Corona-Pandemie: Ein Zusammenhang der Corona-Inzidenz mit dem derzeit stattfindenden Oktoberfest liegt nah.

Ein Zusammenhang der Corona-Inzidenz mit dem derzeit stattfindenden Oktoberfest liegt nah.

(Foto: Felix Hörhager/dpa)

Sie liegt nun bei knapp 700. Auf den Intensivstationen in München befinden sich indes nur wenige Covid-Patienten.

Die Herbst- und Wiesn-Welle in Bayern nimmt Fahrt auf. Insbesondere in der Landeshauptstadt steigt die Corona-Inzidenz in der zweiten Woche seit Beginn des Oktoberfestes immer schneller. Das geht aus den Zahlen hervor, die das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstag veröffentlicht hat. Demnach liegt die offizielle Inzidenz in München inzwischen bei 695,8. Das bedeutet einen Anstieg um mehr als 172 Prozent binnen Wochenfrist. Der Anteil der Patienten, die in München mit Covid-19 auf Intensivstationen liegen, ist allerdings gering - sie liegt nach Auskunft des Divi-Intensivregisters bei 5,21 Prozent. Trotzdem sind die Intensivstationen in der Landeshauptstadt gut gefüllt. Von 422 Intensivbetten sind aktuell 397 belegt.

Bayernweit steigt die Inzidenz am Donnerstag ebenfalls stark - wenn auch nicht ganz so extrem: Am Donnerstag meldete das RKI für den Freistaat einen Wert von 594,8. Auf Wochensicht ist das ein Anstieg um knapp 80 Prozent.

Ein direkter Zusammenhang des besonders starken Anstiegs in München mit dem Oktoberfest lässt sich derzeit zwar kaum beweisen, er liegt aber nahe: Auch bei anderen Volksfesten hatte sich häufig etwa eineinhalb Wochen nach Beginn ein starker Anstieg in den Inzidenzen gezeigt. Oft waren diese dann noch einige Zeit weiter gestiegen. Auch Experten hatten im Vorfeld des Oktoberfests eine "Wiesn-Welle" vorhergesagt.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der erfassten Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Menschen innerhalb einer Woche, hat inzwischen allerdings ein Stück weit an Aussagekraft eingebüßt. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Corona Fälle aus - vor allem, weil bei weitem nicht bei allen Infizierten ein PCR-Test gemacht wird. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen und Übermittlungsprobleme zur Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Insgesamt weisen 61 der 96 Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern inzwischen Inzidenzen über 500 auf. Am Mittwoch waren es erst 40. Am höchsten ist die Inzidenz im Landkreis Rosenheim mit 906,3. Das ist bundesweit der zweithöchste Wert. Auch Bayern insgesamt weist nach dem Saarland die zweithöchste Inzidenz in Deutschland aus.

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