Coronavirus:Wie geht es mit der Teststrategie weiter?

Bis Ende des Jahres bleibt das Testangebot auf der Theresienwiese bestehen. Der Andrang hat hier zuletzt spürbar nachgelassen.

Bis Ende des Jahres bleibt das Testangebot auf der Theresienwiese bestehen. Der Andrang hat hier zuletzt spürbar nachgelassen.

(Foto: Peter Kneffel/dpa)

Von 11. Oktober an sind die Corona-Tests kostenpflichtig. Auf Teststationen wie auf der Theresienwiese dürfte das direkte Auswirkungen haben.

Von Ekaterina Kel

In wenigen Wochen wird das Testen kostenpflichtig. Wer vom 11. Oktober an einen Corona-Testnachweis braucht, muss ihn selbst bezahlen. Bis dahin kann man sich kostenlos auf der Theresienwiese testen lassen. In einem Zelt werden PCR-Tests durchgeführt, in einem weiteren lassen sich Schnelltests machen. Aber was passiert mit den Zelten, wenn die Tests kostenpflichtig werden? Macht die Stadt dann noch mit bei der Teststrategie? Man richte sich da nach den Anforderungen des bayerischen Gesundheitsministeriums, heißt es auf Nachfrage vom Gesundheitsreferat (GSR) der Stadt. Vom Gesundheitsministerium ist zu erfahren, man befinde sich in der Abstimmung "mit dem hier federführenden Staatsministerium des Inneren, Sport und Integration über die künftige Ausgestaltung der lokalen Testzentren nach dem 11. Oktober". Eines ist sicher: Bis Ende dieses Jahres bleibt das Testangebot auf der Theresienwiese laut GSR bestehen. Das Schnelltestzentrum werde als eigenständiges Testzelt abgebaut und in das bestehende PCR-Testzentrum ("Drive-In")

integriert, heißt es. Ein Zeitplan dafür wird nicht genannt. Die Idee hinter der kommenden Kostenpflicht ist klar: Der Druck auf Ungeimpfte soll steigen, sich möglichst zeitnah gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Solange die Sieben-Tage-Inzidenz über dem Wert von 35 liegt (Dienstag lag er in München bei 56,4), gilt die sogenannte 3-G-Regel für Innenräume: Wer rein will, muss entweder einen Nachweis über einen vollständigen Impfschutz, eine überstandene Covid-19-Erkrankung oder ein negatives Testergebnis vorlegen. Wer also nicht nur einkaufen, mit Bahn oder Bus fahren, zum Gottesdienst oder zur Demonstration will - das sind die einzigen Orte, bei denen die 3-G-Regel nicht greift -, sieht in weniger als fünf Wochen möglicherweise zusätzliche Ausgaben auf sich zukommen.

Menschen, die sich nicht impfen lassen können oder für die keine allgemeine Impfempfehlung vorliegt, zum Beispiel Schwangere oder Kinder unter 12 Jahren, können weiterhin kostenlose Tests vornehmen lassen. Selbstverständlich ist auch der medizinisch notwendige Test bei Verdacht beim Arzt weiterhin für alle kostenlos.

Aktuell sind 57,6 Prozent der Münchner doppelt geimpft. Bis Mitte Oktober wird die Zahl der Geimpften noch weiter wachsen. Seit Impfungen keine Mangelware mehr sind, hat die Nachfrage nach den Tests abgenommen. Ende Mai wurden auf der Theresienwiese 7069 PCR-Tests und 5935 Schnelltests vorgenommen. In der vergangenen Woche waren es schon deutlich weniger: 5315 PCR-Tests und 2609 Schnelltests. In Absprache mit dem Betreiber, der Aicher Ambulanz, sei die Personalstärke in den Testzelten während des Sommers entsprechend der Nachfrage reduziert worden, so das Gesundheitsreferat.

Bleibt die Frage, wie viele Menschen sich noch nach dem 11. Oktober testen lassen, wenn sie dafür selbst zahlen muss? Eine Schätzung mag das Referat nicht abgeben, der Bedarf hänge nun einmal von verschiedenen Faktoren ab und lasse sich nicht vorhersagen. Denkbar wäre es jedenfalls, dass so mancher oder manche einfach auf viele Möglichkeiten des öffentlichen Lebens verzichtet. Oder verzichten muss, weil die Kosten für die Tests zu hoch sind. Immerhin, die Impfung ist kostenlos.

Welche Kosten auf Ungeimpfte zukommen, ist schwer abzuschätzen

Mit welchen Kosten für PCR-Tests oder Schnelltests die Bürgerinnen und Bürger bald rechnen müssen, ist ebenfalls schwer zu beziffern. Die Preise lassen sich aber anhand der bisherigen Erstattungshöhen schätzen: etwa elf Euro für einen Schnelltest und etwa 44 Euro für einen PCR-Test. Auf dem freien Markt könnten die Preise höher ausfallen und sich vermutlich erst mit der Zeit einpendeln. Neben den Testzelten auf der Theresienwiese gibt es auch private Betreiber, die die Tests anbieten.

Kinder bis zum sechsten Geburtstag, Schülerinnen und Schüler und auch noch nicht eingeschulte Kinder sind übrigens von der 3-G-Regel ausgenommen. Allerdings werden Schülerinnen in der Schüler dreimal pro Woche getestet - es sei denn, sie lassen sich ab 12 Jahren impfen. Auch eine mögliche Quarantäne würde dann entfallen. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) betont: "Mit der Impfung kehrt ein Stück normaler Schulalltag zurück." Aktuell schreibe Verwaltung Schulen an, heißt es von der Stadt. Man mache auf die Möglichkeit aufmerksam, Termine für mobile Impfteams an ihren Einrichtungen zu vereinbaren.

Zur SZ-Startseite
Bundestagswahl 2021

Bundestagskandidaten im Porträt
:Gesund essen statt impfen

Der AfD-Direktkandidat Paul Podolay hält Corona für einen Spuk und glaubt, dass offizielle Stellen Zahlen zur Pandemie fälschen. Bei der Wahl 2017 schaffte der 75-Jährige den Einzug in den Bundestag - doch diesmal sind die Chancen gering.

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB