Trommeln geben den Marschtakt vor. Hinter ihnen marschieren - wie jeden Mittwoch in München - etwa 700 Menschen, die für sich in Anspruch nehmen "nicht rechts, nicht links" zu sein. Wofür sie sind? Schwer auszumachen. Wogegen? Das sagt ihr Sprecher Melchior Ibing in aller Deutlichkeit: gegen jede auch noch so niedrigschwellige Form staatlichen Infektionsschutzes. Und, seit Neuestem, aber inzwischen genauso wichtig: gegen die "sinnlosen ideologischen" Sanktionen, die sich gegen den Kriegs-Aggressor Russland richten. Vor allem aber sind sie, der Jubel beweist es, als Ibing seine Kundgebungsrede im Crescendo steigert: gegen "die korrupte Baggage an der Regierung". Und gegen die "Mainstream"-Medien. Und gegen internationale Organisationen, die allesamt als Produkte der "NWO", der angeblich geplanten "Neuen Weltordnung" geschmäht werden, als Erfüllungsgehilfen des "Great Reset".
Proteste in MünchenPandemieleugner laufen sich warm für "heißen Herbst"
Lesezeit: 3 Min.

700 bis 1000 Menschen kommen derzeit noch zu den Mittwochsdemos der Impfgegner und Coronaleugner. Nun hat die Szene ihre Forderungen erweitert, um wieder mehr Zulauf zu bekommen: Sie wettert gegen Russland-Sanktionen und eine "Öko-Ideologie".
Von Martin Bernstein
