Die Maske ist das Accessoire der Stunde. Ohne sie gibt es keine Breze vom Bäcker, keinen Schinken beim Metzger und nichts aus dem Supermarkt. Der Mund-Nasen-Schutz ist ein Must-have im wörtlichen Sinn und ein Überlebensprodukt: Denn er ist Tröpfchenfänger und Geldbringer gleichermaßen in diesen schwierigen Zeiten. Viele, bei denen die Nähmaschinen stillstehen, weil Brautkleider oder Trachten nicht nachgefragt werden, haben sich mit der Maskenproduktion ein neues, jederzeit wieder abbaubares Standbein aufgebaut. Das sind Firmen wie der deutsche Hemdenhersteller van Laack oder der oberfränkische Schal-Produzent Fraas, die drei- und doppellagig, in gemusterten oder einfarbigen Baumwollstoffen in Massen produzieren lassen. Aber auch kleine Stückzahlen werden derzeit an Küchentischen zugeschnitten, gefaltet und abgesteppt. Allesamt genügen diese Community-Masken nicht den hohen Hygieneanforderungen für Personal in Arztpraxen oder Krankenhäuser. Aber sie sind wasch- und wiederverwendbar, meist aus Baumwolle und angenehmer zu tragen. Das Material im Gesicht ist innerhalb nur weniger Wochen zum Statement geworden. Will man zur Wegwerfgesellschaft gehören und trägt eine dieser hellblauen Masken aus der Apotheke oder denkt man ökologischer?
Biobaumwolle mit Kurkuma handgefärbt verwendet die Designstudentin Julia Ertl, die noch bis mindestens 30. Mai im Pop-up-Store von Mucbook an der Bayerstraße verkauft. Ihre Maske ist ein Tuch, das man sich auch um den Kopf binden kann, wenn niemand mehr von Corona spricht. Alle, die hier vertreten sind, habe ihre eigene Geschichte und Idee. Die Initiative Mouthgard etwa bietet Masken-Versionen mit Japanstoffen, das Label Kuniri arbeitet mit geflüchteten Designern.
