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Kampf gegen das Coronavirus:München verdoppelt Zahl der Impftermine

Coronavirus - Bayern

Ein Schild weist den Weg zum Impfzentrum, das in einer Halle der Messe Riem untergebracht ist.

(Foto: dpa)

Bereits seit knapp zwei Wochen lagern Vakzine von Astra Zeneca und Moderna in der Stadt ein - doch sie können erst jetzt eingesetzt werden.

Von Janek Kronsteiner

Im Münchner Impfzentrum gibt es von sofort an doppelt so viele Termine pro Tag: Wurden in der Messe in Riem bislang etwa 1500 Corona-Impfungen durchgeführt, sollen es künftig durchschnittlich 3000 sein. Grund dafür ist, dass von diesem Freitag an auch die Impfstoffe von Astra Zeneca und Moderna eingesetzt werden. Das teilte eine Sprecherin des Münchner Gesundheitsreferats mit.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in München sank am Freitag leicht auf 32,9 und liegt damit weiterhin knapp unter der kritischen Marke von 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern. Die Impfungen gegen Covid-19 verlaufen in München bisher nur langsam. Noch immer ist die Gruppe mit der höchsten Priorität an der Reihe.

Sie enthält in München insgesamt rund 120 000 Menschen, die meisten von ihnen sind Frauen und Männer über 80 Jahren oder medizinisches Personal. Aktuell haben rund 50 000 Menschen in München mindestens eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Wann damit angefangen werden kann, die zweite Prioritätsgruppe zu impfen, ist unklar, das Gesundheitsreferat kann dazu keine Angaben machen.

Bislang wurde in der Stadt nur der Impfstoff des deutschen Herstellers Biontech genutzt. Andere Landkreise arbeiten dagegen schon länger mit dem Vakzin des britischen Herstellers Astra Zeneca, unter anderem der Landkreis München. Wie ein Sprecher des Bayerischen Gesundheitsministeriums bestätigte, kamen bis Mitte Februar 6000 Astra-Zeneca-Impfdosen beim Gesundheitsreferat an, am 16. Februar erneut 6700 und an diesem Freitag wurden weitere 11 900 erwartet. Auch vom US-amerikanischen Pharmakonzern Moderna hat die Stadt bereits vor eineinhalb Wochen 5900 Impfdosen erhalten.

Angebrochen wurden die ersten Fläschchen der beiden Hersteller aber erst Ende dieser Woche. Das Gesundheitsreferat begründet den späten Impfbeginn unter anderem mit Software-Problemen: Das bayerische Programm für die Impfterminvergabe (BayIMCO) habe umgestellt werden müssen. Bislang verfolgt das Programm starr die Priorisierung, die die Ständige Impfkommission empfohlen hat. Da der Astra-Zeneca-Impfstoff nur an unter 65-Jährige gegeben werden soll, kommt er in München bisher nur für medizinisches Personal infrage. Laut einem Sprecher des Gesundheitsministeriums ist die Terminplanung mit dem neuen Impfstoff seit 16. Februar möglich.

Allerdings mussten im Impfzentrum in Riem erst einige Umbauten vorgenommen werden, bevor das Astra-Zeneca-Vakzin verimpft werden konnte. Für jeden Impfstoff ist nun eine eigene Impfstraße eingerichtet worden, auch das Anmeldesystem musste angepasst werden, da Astra-Zeneca-Impflinge einen anderen Aufklärungsbogen erhalten.

Seit der Freischaltung der Terminvergabe hat sich die Impfreihenfolge geändert: Erziehungspersonal und Lehrkräfte sollen nun bevorzugt Impfungen erhalten; diese sollen in Bayern im März beginnen. Zuvor müsse aber erneut BayIMCO angepasst werden, damit diesen Gruppen bevorzugt Termine zugeteilt werden könnten, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mit.

Dass der Astra-Zeneca-Impfstoff so lange in den Kühlschränken im Impfzentrum in der Messe in Riem lagern konnte, ist ein Vorzug, den man bisher nicht hatte. Der Impfstoff ist gekühlt bis zu sechs Monate haltbar. Zum Vergleich: Das Konkurrenzprodukt von Biontech muss nach fünf Tagen im Kühlschrank verbraucht sein.

© SZ vom 27.02.2021/van/infu
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