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Zu wenige Dosen:Reiter kritisiert Chaos bei Impfstofflieferung

Coronavirus - Impfzentrum München

Letzte Vorbereitungen: Ein Arzt und ein Mitarbeiter des Rettungsdienstes ziehen in einer Kabine im Impfzentrum an der Messe München Schutzkleidung an.

(Foto: Tobias Hase/dpa)
  • Die Stadt München habe die zugesagten 3500 Impfdosen am Freitag nicht erhalten, sagte OB Reiter.
  • Kürzlich musste die Stadt die angekündigte Zahl der Dosen bis Ende Januar von 90 000 auf 34 000 korrigieren.
  • Bisher wurden rund 10 000 Münchner geimpft.

Von Ekaterina Kel

Wegen der knapp ausfallenden Impfstofflieferungen herrscht offenbar Streit zwischen Stadt und Freistaat. OB Dieter Reiter (SPD) kritisierte am Freitag "chaotische Zustände" bei der Lieferung. Entgegen der Ankündigung des Freistaats, regelmäßig jeden Dienstag und Freitag Impfstoff zu liefern, habe die Stadt die für diesen Freitag zugesagten 3500 Impfdosen nicht erhalten. Das bayerische Gesundheitsministerium weist diese Kritik "entschieden" zurück. Der Stadt sei seit 5. Januar bekannt gewesen, wie viel Impfstoff zu erwarten sei. "Der Impfstoff ist entsprechend der Ankündigung auch vollständig ausgeliefert worden."

Erst am Donnerstag entschied Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU), von der bisherigen Impfstrategie abzuweichen und alle gelieferten Dosen sofort zu verimpfen, statt die Hälfte für die zweite Impfung zurückzuhalten. Ausgenommen sei aber eine Sicherheitsreserve. Die Begründung: Die Lieferungen von Biontech würden nun "verlässlich und regelmäßig" kommen. Am Freitag hatten Biontech und Pfizer jedoch wegen eines Werk-Umbaus Lieferengpässe für ganz Europa angekündigt. OB Reiters Kritik bezieht sich auf die Lieferungen vom Freistaat: "Diese chaotischen Zustände, dass Impfdosen angekündigt, dann aber nicht geliefert werden, müssen unverzüglich beendet werden." Nun könne gerade noch sichergestellt werden, dass die notwendige Zweitimpfung der ersten geimpften Münchner erfolgen könne. Bisher wurden rund 10 000 Personen geimpft. Das Ministerium wiederum verweist an den Bund und die EU-Kommission. Diese stünden "in der Verantwortung, für mehr Impfstoffe zu sorgen".

Nun kritisiert auch das Sozialreferat den Freistaat: Dieser habe mit seiner kurzfristigen Ankündigung, 2,5 Millionen FFP2-Masken für Bedürftige herauszugeben, "größtmögliches Chaos" ausgelöst, sagt Sozialreferentin Dorothee Schiwy. Es gebe rund 2900 Personen über 14 Jahre, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten und nicht in die Empfängerliste einbezogen wurden. Derweil geht die Forschung voran: Das Klinikum rechts der Isar hat eine Studie der Phase drei für die zweimalige Impfung des Vektorimpfstoffs von der Firma Janssen angekündigt.

© SZ vom 16.01.2021 / kel/van/kaal
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