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Corona-Demo in München:Friedlich dagegen

Am Protest der sogenannten "Querdenker" haben doppelt so viele Menschen in München teilgenommen als ursprünglich angemeldet. Fast wäre es an der Maskenpflicht gescheitert.

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Quelle: Catherina Hess

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Es ist ein ungewöhnlicher Anblick am Samstag in München: Polizisten sichern die Feldherrnhalle, der Odeonsplatz ist vor der Theatinerkirche mit Polizeiautos zugestellt, nur vereinzelt huschen Passanten vorbei. Der Grund für das Aufgebot an Sicherheitskräften ist eine Demonstration, angemeldet von der Initiative "Querdenken 089" - gedacht für alle, die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus ablehnen.

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Wie schon bei früheren Kundgebungen kommen sehr verschiedene Menschen zusammen. Einige sehen durch die Corona-Maßnahmen ihre Grundrechte eingeschränkt - auch wenn die meisten Vorschriften inzwischen stark zurückgefahren wurden.

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Andere sorgen sich vor dem Einfluss Chinas, der USA (in Person von Bill Gates) oder der Auswirkung des 5G-Netzes. Wieder andere fürchten sich vor möglichen "Zwangsimpfungen".

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Politik und Polizei sorgen sich wohl vor etwas ganz anderem - darum sind an diesem Tag 1500 Beamtinnen und Beamte im Einsatz. Man möchte sichergehen, dass sich Szenen wie in Berlin, als rechtsradikale Demonstranten mit Fahnen auf die Treppe des Reichstagsgebäudes stürmten, nicht wiederholen. Deshalb stellte die Polizei schon vorab klar, dass sie auf historisch relevante und symbolträchtige Orte und Gebäude besonders achtgeben werde. Der Odeonsplatz und die Feldherrnhalle in München sind solche Orte.

Darum also stehen die Polizeiwagen bis vor zur Brienner Straße, von wo die Demonstranten ihren Protestzug durch die Innenstadt beginnen.

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Quelle: Catherina Hess

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Allzu weit kommen die Teilnehmer des Protestzugs allerdings nicht. Statt der erlaubten Zahl von 500 Menschen laufen etwa 3000 mit. Und weil unter ihnen viele die Masken- und Abstandspflicht nicht einhalten, stoppt die Polizei den Zug in der Nähe der Pinakotheken. Da die Veranstalter unter den genannten Bedingungen nicht weitergehen wollen, lösen sie den Demozug selbst auf. Die Teilnehmer machen sich verstreut auf den Weg Richtung Theresienwiese - zur eigentlichen Kundgebung.

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Schon am Rande des Protestzugs demonstrierten einige Menschen gegen die sogenannten "Querdenker". Am Goetheplatz findet die eigentliche Gegendemo statt.

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Etwa 1000 Menschen haben die Veranstalter der Gegendemo angemeldet, ganz so viele sind es dann wohl nicht geworden. Ihre Botschaften richten sich gegen rechtes Gedankengut, Antisemitismus, Rassismus - und gegen die Demonstranten des anderen Lagers.

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Manche Schilder drücken aber Wünsche aus, die wohl durchaus beide Seiten für sinnvoll halten.

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Quelle: Catherina Hess

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Auch dieses Schild wirkt unverfänglich - als Accessoire auf einer Demo gegen Corona-Maßnahmen ist es aber leicht zu deuten: Die Masken sollen weg. Die anwesenden Polizisten dürfte so ein Schild wenig beeindruckt haben, im Gegenteil.

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Wegen Bildern wie diesen - die Polizei hat die Kundgebung auf der Theresienwiese außerdem von einem Hubschrauber aus beobachtet - haben die Einsatzkräfte beschlossen, die Veranstaltung zu unterbrechen. Zu viele Menschen ohne Masken, zu dicht beieinander. Zwar gibt es keine Obergrenze für die Teilnehmerzahl. Die Corona-Regeln gelten dennoch.

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Nach einer kurzen Besprechung bitten die Veranstalter von der Bühne aus darum, dass sich die Teilnehmer besser verteilen und Abstand halten. Sonst drohe der Stopp der Kundgebung.

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Quelle: Catherina Hess

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Manche halten sich - wenn auch widerwillig - an die Maskenpflicht.

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Quelle: Catherina Hess

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Andere interpretieren die Maskenpflicht sehr eigenwillig.

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Quelle: Catherina Hess

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Die Polizei jedenfalls kontrolliert nach der Unterbrechung, spricht Menschen ohne Mund-Nasen-Schutz an - und verkündet, Anzeigen zu erstatten, wenn die Maskenpflicht nicht eingehalten wird.

Dieses Exemplar dürfte der Kontrolle standhalten.

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So viel lässt sich festhalten: Das Ziel, ein zweites Berlin zu verhindern, ist gelungen - der Polizei und den Teilnehmern. 10 000 Menschen sind bei der Corona-Demo auf der Theresienwiese gewesen - doppelt so viele, wie ursprünglich angemeldet - und friedlich ist es geblieben.

© SZ.de/infu

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