Blick in andere Städte:Wie sicher sind Club-Öffnungen während der Pandemie?

Lesezeit: 1 min

MUENCHEN: Wieder-Eröffnung der Clubs

Im Substanz in München werden die Besucher an ihren Platz begleitet, über einen QR-Code müssen sie sich registrieren.

(Foto: Johannes Simon)

Infektionen in Diskotheken mit strengen Sicherheits­konzepten sind nicht häufig, kommen aber vor, wie Beispiele aus anderen Städten zeigen.

Von Berit Uhlmann

Wird das gut gehen? Gedränge, ausgelassene Menschen, die - falls sie infiziert sind - mit ihrer Atemluft jede Menge Krankheitserreger ausstoßen könnten. Clubs und Diskotheken sind in der Corona-Pandemie mehrmals als Ausgangspunkt für Superspreading-Ereignisse aufgefallen, es gingen also große Ausbrüche aus ihnen hervor. Nun öffnen sie in Bayern unter 3-G-Regel wieder.

Dass eine kontrollierte Öffnung prinzipiell funktionieren kann, war die Schlussfolgerung eines Modellversuchs in Schleswig-Holstein. Wissenschaftler hatten die Teilnehmer von insgesamt acht Disko-Abenden in den folgenden Tagen erneut getestet. Dabei wurden insgesamt vier Infektionen festgestellt. Die Ansteckungen gingen jedoch vermutlich nicht auf die Tanzveranstaltung zurück, sondern auf andere Begegnungen im Alltag der Betroffenen, teilten die zuständigen Gesundheitsämter mit. Ebenfalls positiv war die Bilanz eines Pilotversuchs in Berlin, bei dem knapp 1500 Clubbesucher eine Woche später auf Sars-CoV-2 getestet wurden. Sie alle waren negativ. Allerdings nahmen an der Nachtestung nur 70 Prozent der Besucher teil.

Vollständige Sicherheit können solche kurz laufenden Versuche nicht geben. Klar ist, dass sich in seltenen Fällen auch Geimpfte infizieren und das Virus an andere weitergeben können. Zwar kommen diese so genannten Durchbruchsinfektionen eher bei Menschen vor, die nicht zu den typischen Clubbesuchern zählen: Bei jenen mit bestimmten Krankheiten, die das Immunsystem beeinträchtigen und bei Älteren. Doch ausgeschlossen sind Ansteckungen auch bei gesunden, jüngeren Geimpften nicht. Sicher ist auch, dass PCR-Tests, wie sie jetzt in Bayern als eine mögliche Voraussetzung für die Clubnächte vorgesehen sind, einzelne Infektionen übersehen können. Allerdings ist wohl ohnehin nicht davon auszugehen, dass viele Partygäste auf die Testoption zurückgreifen, da sie aufwendig und künftig auch teuer ist.

Die Beobachtungen sprechen dafür, dass Infektionen in Clubs mit Sicherheitskonzepten nicht häufig sind, aber vorkommen können. So wurde aus einem Karlsruher Club ein Ausbruch mit mindestens 34 Betroffenen berichtet. Er soll auf zwei infizierte Gäste zurückgehen. Ein eklatantes Beispiel ist ein Ausbruch in einem Club in Münster. An einem Abend infizierten sich mindestens 85 von 380 Gästen, obwohl das Lokal ein 2-G-Konzept hatte - und es bisher keine Hinweise auf Regelverstöße gibt. Die Infektionen verliefen jedoch mild.

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