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Wirtschaftsausschuss:Stadt verlängert Christkindlmarkt auf dem Marienplatz

Um ein Gedränge wie auf diesem Bild aus früheren Jahren zu verhindern, sollen die Stände auf dem Christkindlmarkt deutlich mehr Platz bekommen.

Der Christkindlmarkt auf dem Marienplatz ist der berühmteste in München. Um Gedränge zu vermeiden, wird der Markt verlängert und räumlich ausgeweitet.

(Foto: Catherina Hess)

Außerdem soll der größte und bekannteste Münchner Weihnachtsmarkt auch räumlich ausgeweitet werden.

Von Anna Hoben, Sophia Kaiser und Lea Arbinger

Der Christkindlmarkt auf dem Marienplatz wird in diesem Winter deutlich länger dauern: Die Stadt verlängert ihn bis zum 10. Januar. Das hat der Wirtschaftsausschuss im Stadtrat mit großer Einigkeit am Dienstag beschlossen. Die Stadträte stimmten damit einer Vorlage von Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner zu. Einzig die geplanten Verkaufszeiten wurden auf Initiative von FDP und Freien Wählern noch einmal verändert: So sollen die Stände jeden Tag bis 21 Uhr geöffnet haben dürfen. Starten soll der Christkindlmarkt am 23. November. Bislang war an Heiligabend immer Schluss, diesmal können die Standbetreiber ihre Stände dann freiwillig aufgebaut lassen - insgesamt also sieben Wochen lang.

Ob das in Corona-Zeiten gut geht? Im vergangenen Jahr dauerte die Christkindlmarkt-Saison 28 Tage, die Stadt zählte 3,1 Millionen Besucherinnen und Besucher. Die Gäste kamen aus der ganzen Welt, etwa aus Asien, den arabischen Ländern, Südamerika oder den USA - und natürlich aus europäischen Nachbarländern. Es ist zwar unwahrscheinlich, dass sich allzu viele Touristen von einem Massen-Event im Winter anlocken lassen.

Trotzdem will die Stadt vorbeugen. Um das Treiben an und vor den Ständen zu entzerren und die Abstands- und Hygieneregeln einhalten zu können, soll der größte und bekannteste Münchner Weihnachtsmarkt auch räumlich ausgeweitet werden: vom Marienplatz aus in die Neuhauser Straße bis zum Karlstor und in die Sendlinger Straße Richtung Sendlinger Tor. Um die Händler zu unterstützen, schießt die Stadt zudem 129 000 Euro zu und reduziert das Standgeld um die Hälfte.

Auch die Betreiber der übrigen, privat organisierten Weihnachtsmärkte in den Stadtvierteln sollen die Möglichkeit zur Verlängerung bekommen. Je nachdem, wie sich das Corona-Infektionsgeschehen in München weiter entwickelt, können freilich alle Märkte kurzfristig abgesagt werden - auch das beschlossen die Stadträtinnen und Stadträte am Dienstag.

Die jeweiligen Corona-Auflagen der Stadt - bis zum Beginn der Märkte können sich diese durchaus noch mehrfach ändern - gelten auch für die anderen Christkindlmärkte in München. Andreas Micksch, Vorstand beim Haidhauser Weihnachtsmarkt, ist trotzdem zuversichtlich, dass der Markt stattfindet - wenn auch mit weniger Ständen und mehr Abstand. Glühwein und Bratwurstsemmeln gibt es in abgezäunten Bereichen, in denen man sich registrieren muss. Wie das genau ablaufen soll, müsse noch ausgearbeitet werden. "Es ist nicht so einfach dieses Jahr, aber wir hoffen und sind guter Dinge", sagt Micksch.

Bei anderen Weihnachtsmärkten ist die Lage alles andere als eindeutig. Das betrifft vor allem den Mittelalter-Weihnachtsmarkt auf dem Wittelsbacherplatz, den Christkindlmarkt in der Residenz und den Schwabinger Weihnachtsmarkt. Geplant werden könne hier nur mit Blick auf die aktuellen Inzidenzzahlen und die konkreten Auflagen. Spielen beide Faktoren mit, steht einer Eröffnung im Dezember von Seiten der Veranstalter nichts im Weg. Laut Martin Dörfler, Vorstand im Verein Schwabinger Weihnachtsmarkt, werden an diesem Mittwoch weitere Informationen bezüglich der Auflagen von der Stadt an die Betreiber weitergeleitet. Nur der Weihnachtsmarkt am Chinesischen Turm wird mit Sicherheit in diesem Jahr nicht stattfinden.

© SZ vom 14.10.2020/infu

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