Reservierte ParkplätzeWenn das Carsharing-Auto abgeschleppt wird

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Die meisten Carsharing-Parkplätze sind für sogenannte Freefloating-Autos vorgesehen, die man überall im Stadtgebiet mieten und zurückgeben kann.
Die meisten Carsharing-Parkplätze sind für sogenannte Freefloating-Autos vorgesehen, die man überall im Stadtgebiet mieten und zurückgeben kann. Alessandra Schellnegger
  • Eine Münchnerin muss knapp 1000 Euro zahlen, weil ihre Carsharing-Autos von reservierten Stellplätzen abgeschleppt wurden.
  • In München sind 172 Carsharing-Parkplätze seit November an Stattauto und 25 an Carvia vermietet.
  • Die reservierten Flächen sind nur mit kleinen Schildern gekennzeichnet, die Autofahrer oft übersehen können.
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Etwa 700 Carsharing-Parkplätze gibt es in München. Einige von ihnen sind nur für bestimmte Anbieter bestimmt. Doch nicht immer verstehen Kunden die Hinweisschilder – und das kann teuer werden.

Von Andreas Schubert

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Von Carsharing hat Sabine D Amato erst einmal genug. Bis vor Kurzem hat die Münchnerin zweimal am Tag ein Carsharing-Auto benutzt, für den Weg zur Arbeit und wieder nach Hause. Doch seit sie einmal beinahe und einmal tatsächlich abgeschleppt wurde und nun deshalb knapp 1000 Euro zahlen soll, nimmt sie lieber die öffentlichen Verkehrsmittel.

Sabine D Amato hatte die Mietwagen auf einem der offiziellen Carsharing-Parkplätze in der Reichenbachstraße 8 abgestellt. Vier Stellplätze hat das Mobilitätsreferat dort geschaffen, erkennbar sind sie an dem Symbol mit dem geteilten Auto. Etwa 700 solcher Parkplätze gibt es in der Stadt. Die meisten sind für sogenannte Freefloating-Autos vorgesehen, also solche, die man überall im Stadtgebiet mieten und zurückgeben kann. Seit November sind allerdings 172 der Carsharing-Plätze an den Anbieter Stattauto und 25 an die Firma Carvia vermietet, die dort stationäres Carsharing anbieten.

Sabine D Amato hatte übersehen, dass in der Reichenbachstraße 8 zwei Plätze für das Unternehmen Carvia reserviert sind, das die Autos – beide Male vom Anbieter Miles – prompt abschleppen lassen wollte. Einmal kam es dazu, beim zweiten Mal lieh sich jemand anderes kurzfristig den falsch geparkten Wagen aus. Weil der Abschleppdienst aber bereits alarmiert und unterwegs war, musste D Amato die Leerfahrt bezahlen, inklusive der Bearbeitungsgebühr von Miles kam sie dabei auf 273 Euro. Für den tatsächlich abgeschleppten Wagen wurden samt Gebühren 638 Euro fällig.

Die für stationäres Sharing reservierten Flächen sind nur mit kleinen Schildern gekennzeichnet, die Autofahrer schon mal übersehen können. Sabine D Amato ist nicht die Einzige, deren Carsharing-Wagen abgeschleppt wurde, wie von den Anbietern zu erfahren ist. Sie sagt, sie habe gedacht, dass es sich um einen öffentlichen Parkplatz handle. Dass dort abgeschleppt werde, damit habe sie nicht gerechnet. „Da muss doch ein deutlicher Hinweis hin, das versteht doch kein Mensch.“ Das Mobilitätsreferat sieht das allerdings anders: Die aufgestellten Schilder entsprächen der Straßenverkehrsordnung und seien erkennbar.

Carvia-Chef Joschka Reik erklärt, man wolle eigentlich gar nicht abschleppen lassen und lasse falsch abgestellte Fahrzeuge von Mitarbeitern umparken. Im Fall von Sabine D Amato hat das offensichtlich nicht geklappt. Sie hat sich einen Anwalt genommen und geht gegen die Abschlepprechnung vor.

Stattauto-Chefin Petra-Maria Klier sagt, ihre Kunden hätten gar keine andere Wahl, als ein Stattauto auf einen dafür vorgesehenen Stellplatz zu parken. Wenn die Stattauto-Kunden den Wagen einfach woanders parkten, müssten sie eine Strafe zahlen. Deshalb habe man keine Wahl, als Falschparker abschleppen zu lassen. Klier spricht sich dafür aus, dass die anderen Carsharing-Anbieter von vornherein Falschparken mit technischen Mitteln verhindern. Per „Geofencing“, also genaue satellitengestützte Ortung, sei dies durchaus möglich. „Wir wollen keinen Unfrieden“, sagt Klier.

Per Geofencing kann eine öffentliche Fläche so gesperrt werden, dass ein Nutzer dort die Miete für ein Auto nicht beenden kann. Der Anbieter Free2move nutzt diese Technik, erklärt allerdings, dass die Parkflächen oft sehr klein seien und die Ortung nicht immer so genau, um in jedem Fall einen Parkvorgang zu verhindern. „In Einzelfällen kann es weiterhin vorkommen, dass Free2move-Fahrzeuge von Carsharing-Parkplätzen abgeschleppt werden, insbesondere aufgrund von GPS-Ungenauigkeiten oder individuellem Nutzerverhalten“, teilt eine Sprecherin mit.

Miles nutzt die Technik bei den Carsharing-Parkplätzen wegen der Ungenauigkeit gar nicht, um die Rückgabe zu blockieren. Alle Free-Floating-Anbieter warnen Kunden aber in ihren Apps vor möglichem Falschparken. Zusätzlich schlagen sie eine deutlichere Kennzeichnung der reservierten Parkplätze vor. Die aktuellen Schilder verstünden viele schlicht nicht, heißt es etwa bei Miles. „Eine räumliche Trennung zwischen den Flächen für stationsbasiertes Carsharing und Freefloating-Anbieter wäre hier vermutlich die praktischere Lösung.“

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