CallcenterbetrugPassantin fotografiert Verdächtigen und bringt Fahnder auf die Spur

Trotz ständiger Warnungen vor Betrügern muss die Polizei immer wieder entsprechende Fälle aufnehmen.
Trotz ständiger Warnungen vor Betrügern muss die Polizei immer wieder entsprechende Fälle aufnehmen. David Inderlied/dpa

Eine Zeugin beobachtet, wie eine Seniorin einem mutmaßlichen Betrüger Geld überreicht. Ein paar Tage später wird der Mann gefasst.

SZ bei Google bevorzugen

Einer aufmerksamen Passantin ist es zu verdanken, dass ein Verdächtiger sechs Tage nach einem Callcenterbetrug  festgenommen werden konnte. Die Frau hatte am Mittwoch vergangener Woche bemerkt, wie eine über 90 Jahre alte Frau vor einer Bankfiliale in der Johann-Clanze-Straße in Sendling-Westpark ein Päckchen aus einer Stofftasche an einen Mann übergab, der ihr ein Mobiltelefon ans Ohr hielt. Weil ihr die Situation verdächtig vorkam, sprach die Passantin die Seniorin an. Zudem machte sie mit ihrem Handy Fotos des flüchtenden Mannes und seines Autos, einem blauen Opel Astra mit polnischem Kennzeichen.

Zwar blieben die sofort eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen der Polizei ohne Erfolg. Am Dienstagnachmittag gegen 16.30 Uhr erkannte jedoch eine Zivilstreife der Münchner Polizei den Tatverdächtigen samt Auto in der Schwanthalerhöhe und kontrollierte ihn. Bei dem Mann handelt es sich um einen 21 Jahre alten Polen. Weil dieser hierzulande keinen festen Wohnsitz hat, ordnete ein Richter Untersuchungshaft an.

Bei dem Callcenterbetrug hatte ein Komplize des Festgenommenen der Frau vorgeschwindelt, dass ihr Neffe wegen eines tödlichen Verkehrsunfalls in Haft sei und nur gegen eine Kaution von 60 000 Euro freikomme. Die Seniorin hatte daraufhin mehrere Zehntausend Euro an den Abholer übergeben.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Fußballturnier in der JVA Stadelheim
:Und am Spielfeldrand jubelt ein Mörder

Das Leben hinter den Mauern der JVA Stadelheim kennen oft nur die, die dort einsitzen. Einmal im Jahr findet hier ein Fußballturnier statt. Was passiert, wenn Schwarzfahrer gegen Schwerstverbrecher kicken?

SZ PlusVon Linus Freymark

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: