Lavy in der HohenzollernstraßeIn diesem Café dreht sich alles um Matcha

Lesezeit: 2 Min.

Grüner Kuchen, grüne Getränke: Im Lavy Café bestimmt Matcha das Farbkonzept, zumindest das der Speisen und Getränke.
Grüner Kuchen, grüne Getränke: Im Lavy Café bestimmt Matcha das Farbkonzept, zumindest das der Speisen und Getränke. Stephan Rumpf

Das Lavy in Schwabing gibt dem trendigen Teepulver ein modern-minimalistisches Zuhause. Auf der Karte gibt es aber nicht nur grüne Getränke zu entdecken, sondern eine ganze Farbpalette.

Von Toke Reimer

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Wer behauptet, dass man Farben nicht schmecken kann, hat wohl noch nie Matcha getrunken. Im Lavy Ca­fé in Schwabing finden Geschmacksnerven heraus: Grün schmeckt nach frisch gemähter Wiese, nach mild-bitterem Aufwachen, nach sanften Teenoten – nach Matcha eben. Der japanische Wachmacher hat Münchens Karten erreicht, lange bevor das Ehepaar Nguyen im April das Café Lavy in der Hohenzollernstraße eröffnete. Aber im jüngsten Matcha-Hoch schufen sie dem Getränk ein neues, stylishes Zuhause.

Das trinkbare Grün gibt es im Lavy auf Weiß als Matcha Latte (5,60 Euro), auf Eis als Iced Matcha Latte (6,10 Euro), auf Gelb oder Rot mit hausgemachtem Erdbeer- oder Mangopüree (6,70 Euro). Geübte Zungen schmecken, dass hier Teepulver höchster Qualität verrührt wird, aus der Uji-Region um Kyoto. Schlechte Matchas klumpen, verfärben sich grau-gelb, schmecken bitter oder algig – nicht hier.

Wer statt Grün altbekanntes Braun will, bekommt aus einer italienischen Siebträgermaschine kräftigen Kaffee aus vietnamesischen Bohnen. Selbst die Farbe Lila ist vertreten: Saisonal gibt es Ube-Latte, ein nussig-süßes Getränk aus philippinischer Jamswurzel.

Eine solche Farbpalette erfreut nicht nur das Auge, sondern auch die Smartphonelinse, „instagrammable“ nennt die Zielgruppe das. Das Interieur des Lavy ist hauptsächlich Bühne: minimalistisch-modern, fast steriles Weiß wird nur von zwei Olivenbäumen und den Designer-Holzstühlen unterbrochen. Es surrt der elektrische Matcha-Besen, die Karte liest der Gast von großen Bildschirmen an der Wand. Ganz im Zeitgeist des „Japandi“-Stils, der skandinavische Naturnähe mit japanischer Moderne verknüpfen soll.

An der Theke holen sich Gäste vom freundlichen Personal neben den Getränken auch Speisen ab: Es gibt lediglich zweierlei herzhafte vietnamesische Baguettes (Banh mi vegetarisch oder mit Schweinebauch, 10,90 Euro) – aber mehr braucht es auch nicht. Im knusprigen Baguette treffen sich eingelegtes Gemüse, saftiges Fleisch und eine süße Umami-Soße in einem Verhältnis, das Freude macht.

Im Lavy geht es minimalistisch zu, was die Einrichtung angeht.
Im Lavy geht es minimalistisch zu, was die Einrichtung angeht. Stephan Rumpf
Auf die fluffigen Pancakes muss man 20 Minuten warten, dafür sind sie hübsch anzusehen.
Auf die fluffigen Pancakes muss man 20 Minuten warten, dafür sind sie hübsch anzusehen. Stephan Rumpf

Bei den Süßspeisen dreht sich dann wieder mehr um das Grünteepulver: Unter anderem bei der Matcha-Crêpe-Torte (Stück 6,50 Euro), von der jede Gabel im Mund zergeht. Sie ist ebenso wie der Matcha-Cheesecake selbst gemacht, jeden Morgen in der Küche im Hinterhaus. Dort schlagen Mitarbeiter auch den Teig für fluffige Pancakes auf, beliebt in Korea, neu im Lavy (ab 9,90 Euro). Die 20 Minuten Wartezeit dafür lohnen sich eher wegen der pompösen Optik, geschmacklich stecken die Küchlein in ihren Kinderschuhen.

Es ist erlaubt, hohe Ansprüche an das Lavy zu erheben angesichts der auch für München überdurchschnittlichen Preise. Den Betreibern ist das bewusst: Ihnen sei Innendesign, Qualität der Zutaten und Handarbeit wichtiger als Quantität und niedrige Preise.

Dem Schwabinger Publikum ist es das wert: Besonders an Wochenenden ist das Lavy beliebt; die Baristas rühren und brühen einer langen Schlange entgegen. Wer auf der Suche nach dem Geschmack von Matcha und nach sorgfältiger Fusion asiatischer Einflüsse ist, dem sei Einreihen ans Herz gelegt.

Lavy Café, Hohenzollernstraße 58, 80801 München, Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag 10 bis 19.30 Uhr, Reservierungen über Instagram.

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