Café BuchwalskyEin gemütliches Café mitten im Gewusel

Lesezeit: 2 Min.

Die Kunst an den Wänden des Café Buchwalsky stammt zu einem Großteil von örtlichen Künstlerinnen und Künstlern.
Die Kunst an den Wänden des Café Buchwalsky stammt zu einem Großteil von örtlichen Künstlerinnen und Künstlern. Catherina Hess

Das Café Buchwalsky versteht sich als eine Mischung aus Frühstückslokal und alkoholfreie Tagesbar. Die Speisen sind so fein, wie es der Namenszusatz „Feinkost“ verspricht. Und wer einen Espresso am Tresen bestellt, darf sich kurz wie in Italien fühlen.

Von Max Fluder

Es gibt sicher viele schöne Plätze, an die man sich im Buchwalsky setzen könnte. Der schönste aber ist vermutlich der neben der üppig gefüllten Brot- und Kuchentheke. Zumindest dann, wenn man bekennender Tram-Fan ist. Die fast wie ein Erker anmutende Nische bietet einen freien Blick auf die Barer Straße. Auf die Trambahnen, die hier alle paar Minuten vorbeifahren. Und auf das Gewusel dieser an Läden und Ladencafés nicht armen Straße, die mit viel zu kleinen Bürgersteigen bestraft ist.

Die Barer Straße ist so zentral, wie es eine Straße außerhalb der Münchner Altstadt nur sein kann. Insofern: Hier ein Café zu eröffnen, das ergibt Sinn. Und dann ist es auch noch ein solches, das sich „Feinkost“ als Namenszusatz gegeben hat. Und diesem wird es gerecht.

Zu erwähnen sind an der Stelle gleich zwei Dinge: das Rührei auf Brioche mit Avocado und Miso-Mayonnaise (zwölf Euro). Die Eier sind von einem Hof aus dem Chiemgau, man meint, das herauszuschmecken. Und auch wenn der Eindruck täuschen sollte: Es schmeckt allemal. Genauso wie das Pastrami-Sandwich mit Meerrettich und Zwiebel-Chutney (13 Euro). Das Brot kommt von Julius Brantner, der seine Bäckerei einen Tramhalt entfernt hat und dessen Brote zum Besser-wird-es-nicht in der Münchner Gastro zählen.

Beim Rührei auf Brioche mit Avocado und Miso-Mayonnaise meint man zu schmecken, dass die Eier dafür von einem Hof aus dem Chiemgau kommen.
Beim Rührei auf Brioche mit Avocado und Miso-Mayonnaise meint man zu schmecken, dass die Eier dafür von einem Hof aus dem Chiemgau kommen. Catherina Hess

Neben Frühstück bietet das Buchwalsky auch einen Mittagstisch an, drei fixe Gerichte und eine wechselnde Tagessuppe. Die Spinatknödel (13,50 Euro) sind genau richtig bei großem Hunger, allerdings etwas trocken, wenn die Salbeibutter aufgebraucht ist.

Das Buchwalsky ist kein Ort, der versucht, den betont günstigen Café-Ketten Konkurrenz zu machen, die in den vergangenen Monaten auch in Nähe der Barer Straße, also unweit der Uni aufgetaucht sind. Das wäre auch nicht möglich, die Bohnen kommen von einer kleinen Rösterei. Ein Cappuccino kostet vier Euro, ein Matcha Latte 5,50 Euro. Den Espresso gibt es für einen Euro, allerdings nur im Stehen, wie in Italien. Ein Hauch von Mailand in der Barer Straße. „Der wird gut angenommen“, sagt Betreiber Andreas Buchwalsky.

Wer den Espresso im Stehen am Tresen trinkt, bekommt ihn im Buchwalsky schon für einen Euro.
Wer den Espresso im Stehen am Tresen trinkt, bekommt ihn im Buchwalsky schon für einen Euro. Catherina Hess
Das Bananenbrot ist, so wie alle Kuchen, selbstgebacken.
Das Bananenbrot ist, so wie alle Kuchen, selbstgebacken. Catherina Hess

Man erreicht Buchwalsky am Telefon. Bevor das Gespräch beginnt, muss er das Handy noch einmal kurz zur Seite legen und – was auch sonst – einen Kaffee zubereiten. Seit dem 1. Juni 2025 betreibt er das Lokal, vorher war in den Räumen das Café „Die Waldmeister“. Inzwischen wurde renoviert, allerdings nicht allzu viel: Neu und eindrücklich sind die Farben an den Wänden. Und ist die Kunst, kuratiert von der Künstlerin Liza Mercedes und praktisch zu 90 Prozent von örtlichen Kolleginnen und Kollegen, die das Café als Ausstellungsfläche hernehmen dürfen. Buchwalsky beschreibt seinen gleichnamigen Laden als „alkoholfreie Tagesbar“, als „ungezwungenes Frühstückscafé“. Mieten kann man die Räumlichkeiten auch für Feierlichkeiten.

Stolz ist Buchwalsky auf zwei Dinge: darauf, dass für die allermeisten Produkte kleine Lieferanten aus der Region akquiriert wurden. Und darauf, dass das Bananenbrot sowie die übrigen Kuchen (ab 5 Euro) selbst gebacken sind. Und das Beste: Das Bananenbrot gibt es in Kombination mit einem Cappuccino schon für acht Euro.

Café Buchwalsky, Barer Straße 74, Öffnungszeiten: täglich von 8.48 Uhr bis 17.28 Uhr

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