Die genaue Ursache für den tödlichen Unfall eines Linienbusses im Münchner Stadtteil Trudering ist auch zwei Tage danach noch nicht geklärt. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hatte zwar unter Berufung auf die Einsatzleitung bereits am Samstagabend von einem medizinischen Notfall bei dem 38 Jahre alten Busfahrer gesprochen. Das wollte die Münchner Polizei aber auch am Montag nicht bestätigen. Der bei dem Unglück schwer verletzte Fahrer sei bislang nicht vernehmungsfähig, hieß es auf Nachfrage; die Ermittlungen der Verkehrspolizei dauerten noch an.
Der Bus der Linie 194 war am Samstagnachmittag in der Feldbergstraße von der Straße abgekommen und offensichtlich ungebremst gegen eine Mauer geprallt. Dabei kam eine 13-Jährige ums Leben. Wie die Polizei mitteilte, hatte sie direkt hinter dem Fahrer gesessen und war beim Aufprall aus dem Seitenfenster des Busses geschleudert und an der Wand eingeklemmt worden. Der Fahrer selbst wurde schwer verletzt, vier Mädchen im Alter von sieben, elf, zwölf und 15 Jahren sowie eine 44 Jahre alte Frau erlitten leichtere Verletzungen.
Infolge des Unfalls kamen Fragen nach der Sicherheit in Linienbussen auf. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass erst bei Geschwindigkeiten ab 60 Kilometern pro Stunde eine Anschnallpflicht gelte. Auf Autobahnen dürften deshalb nur entsprechend ausgerüstete Linienbusse unterwegs sein, so ein Sprecher. Im normalen Stadtverkehr werde eine Gurtpflicht derzeit nicht diskutiert, da es nur ein relativ geringes Unfall-Geschehen gebe, das zudem in der Regel mit leichteren Verletzungen ende.
Nach Angaben der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) müssen Fahrerinnen und Fahrer von Bussen regelmäßig ihren Gesundheitszustand checken lassen. Die Fahrerlaubnis werde für maximal fünf Jahre erteilt, sagte ein Sprecher; bei einer Verlängerung würden arbeitsmedizinische Untersuchungen vorgenommen.
Zudem müssten alle seit Juli 2024 zugelassenen Linienbusse mit einem Aufmerksamkeits- und Müdigkeitswarnsystem ausgestattet sein. Damit werde das Fahrverhalten, Lenkmuster und gegebenenfalls Blickverhalten überwacht und bei Müdigkeit oder nachlassender Aufmerksamkeit entsprechend gewarnt. Bei dem verunglückten Bus handelt es sich allerdings um ein älteres Modell, das vor 2024 zugelassen worden war, wie die MVG auf Nachfrage mitteilte. Das Warnsystem greife aber nicht regelnd ein, diese Aufgabe übernehme ein Notbremsassistent, der auch situativ entsprechende Bremsungen einleiten könne.

