NahverkehrMünchner S-Bahn-Chef geht nach Berlin

Lesezeit: 1 Min.

Heiko Büttner verlässt München und wird künftig für die Berliner S-Bahn verantwortlich sein.
Heiko Büttner verlässt München und wird künftig für die Berliner S-Bahn verantwortlich sein. Alessandra Schellnegger

Seit 2017 war Heiko Büttner für den Betrieb der S-Bahnen zuständig, nun wechselt er in die Bundeshauptstadt Berlin. Sein Nachfolger ist  in München kein Unbekannter.

Von Andreas Schubert

Münchens S-Bahn-Chef Heiko Büttner wechselt nach Berlin. Schon zum 1. April übernimmt er dort die Geschäftsleitung der S-Bahn, das teilte die Deutsche Bahn (DB) am Donnerstag mit. Büttners Nachfolger in München wird Matthias Glaub. Der promovierte Psychologe war zwei Jahre lang Chef der Stuttgarter S-Bahn, zuvor wirkte er nach verschiedenen Positionen bei DB Cargo, DB Netz und DB Vertrieb sieben Jahre lang als Personalchef der Münchner S-Bahn. Von ihm erwartet der Fahrgastverband Pro Bahn unter anderem, dass er konzernintern Probleme, etwa bei der Infrastruktur, klar anspricht und den zügigen Ausbau der Außenstrecken unterstützt.

Heiko Büttners Bilanz in München fällt gemischt aus. Er schloss mit dem Freistaat Bayern den „1. Münchner S-Bahn-Vertrag“ ab. Der bis 2034 gültige Vertrag beinhaltet unter anderem den Kauf der künftigen neuen Züge und den Bau zweier neuer Werkstätten. Eine neue Leitstelle ist bereits in Betrieb. Seit 2024 ist Büttner zusätzlich DB-Konzernbevollmächtigter für den Freistaat. Auch aus dieser Funktion als „Bayerns Bahnchef“ scheidet er aus. Wer Nachfolger oder Nachfolgerin für diese Position wird, ist laut DB noch offen.

Büttner übernahm 2017 die Münchner S-Bahn mit einer Pünktlichkeitsquote von über 96 Prozent. Doch vor allem wegen der vielen Baustellen im Netz sank diese drastisch, 2024 lag sie bei nur noch 87 Prozent im Jahresschnitt. 2025 konnte die S-Bahn ihre Pünktlichkeit wieder etwas steigern, im ersten Halbjahr lag sie bei 91,2 Prozent. Dazu beigetragen haben einzelne Maßnahmen wie flexible Abfahrtszeiten,  die Teilung der Linie S7 sowie das neue elektronische Stellwerk am Ostbahnhof. Die Auswertung der Pünktlichkeit für das gesamte Jahr 2025 liegt noch nicht vor. So gut wie zu Büttners Amtsantritt wird sie nicht ausfallen.

Büttner leitet künftig ein Unternehmen mit 3000 Mitarbeitern, 168 Bahnhöfen und 1,4 Millionen Fahrgästen am Tag.  Zum Vergleich: Die Münchner S-Bahn hat rund 1800 Mitarbeiter, 150 Bahnhöfe und 840 000 Passagiere täglich. Dafür ist das Streckennetz in München mit 441 Kilometern größer. Die Hauptstadt kommt nur auf 340 Kilometer. Die Pünktlichkeitswerte beider Städte sind ähnlich mau.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Was Münchner über Verkehr denken
:„Ich habe mir wieder ein Auto gekauft“

Natürlich verzögert sich die Weiterfahrt irgendwann auf unbestimmte Zeit: Die SZ ist einen Tag unterwegs auf der Stammstrecke, um mit Münchnerinnen und Münchnern über den Verkehr zu sprechen – und trifft auf entspannte Pendler, Desillusionierte und eine begeisterte Radlerin, die sich vor Kurzem ein Auto angeschafft hat.

SZ PlusVon Katja Schnitzler und Lisa Sonnabend

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: