Durch die großen Fenster flutet Licht den Raum mit der hohen Gewölbedecke und den dicken Säulen. Das Ambiente ist gehoben, man fühlt sich wie in einem schicken Kaffeehaus. Trotzdem herrscht keine strenge Atmosphäre – was vielleicht auch an der beschwingten Musik liegt, mit der eine Jazzband die Stimmung lockert.
In der mittlerweile fünften Saison gibt es in der Brasserie Oskar Maria im Literaturhaus jeden Sonntag Jazz zum Brunch. Man wolle einen Begegnungspunkt bieten, sagt Betriebsleiter Philip Kolder, einen Ort, an dem man Kultur erleben könne – nicht nur literarisch. Beim Frühstück in der Brasserie könne man niederschwellig Hochkultur genießen, ohne extra Karten für die Oper oder für das Theater kaufen zu müssen.
Zudem könne man lokale Musiker vom Monaco Swing Ensemble unterstützen, so Kolder. Jeder Sonntag steht unter einem anderen Motto, zum Beispiel „Autumn in New York“ mit herbstlichen Jazz-Klassikern oder „When Jazz became hot“ mit Stücken aus der frühen Zeit des Genres, den 1920er- und 30er-Jahren. Unter den Gästen seien viele Musikbegeisterte, sagt Kolder, aber auch Familien, die einfach sonntags Zeit miteinander verbringen wollten. Manche kämen nur kurz, andere blieben für die gesamte Dauer der Auftritte.
Für beide Varianten lässt sich auf der Speisekarte das passende Menü finden. Klassische Frühstücksgetränke wie Espresso (3,10 Euro), Cappuccino (4,50 Euro) und verschiedenste Sorten Tee (je 5,50 Euro) bekommt man ebenso wie Weine und Champagner in unterschiedlichen Preisklassen.
Ein Bircher-Müsli gibt es für 8,50 Euro, für den gleichen Preis bekommt man zwei Stück Rühr- oder Spiegeleier mit Brot und Butter. Dazu kann man verschiedene Zulagen wählen, unter anderem Speck oder Avocado (je 5 Euro Aufpreis).



Sättigend sind auch die Eggs Benedict auf Sauerteigbrot und Spinat mit Sauce béarnaise und Salatbouquet (15,50). Das Gericht ist sehr harmonisch: Der Spinat passt perfekt zum cremigen Ei. Wer mehr Vielfalt will, kann das große Frühstück bestellen und bekommt ein Buttercroissant, Brot, Marmelade, Räucherlachs, Bircher-Müsli, Butter, Wurst und Käse (24,50).
Von 11.30 Uhr an wird die Auswahl erweitert, auf der Karte stehen dann unter anderem klassische Brasserie-Gerichte wie eine provenzalische Gemüsequiche mit Salatbouquet und Sauerrahm (15,50 Euro) oder Rindertartar mit Schnittlauch-Crème-fraîche, Wachtelei und Pommes Frites (130 Gramm für 19,50 Euro oder 230 Gramm für 35,50 Euro).
Zwar nicht günstig, aber empfehlenswert ist der Flammkuchen mit Trüffelcreme, Gruyère, Parmesan, getrockneten Tomaten und einer ordentlichen Menge frischer Trüffel (29 Euro). Der dünne Teig ist knusprig, die leichte Säure der getrockneten Tomaten ergänzt den intensiven Trüffelgeschmack – ein wenig Luxus, passend zum gehobenen Ambiente.
Brasserie Oskar Maria im Literaturhaus, Salvatorplatz 1, 80333 München, jeden Sonntag von 11 bis 14 Uhr

