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Verkehr:Brienner Straße wird zur "unechten Einbahnstraße"

Brienner Straße. Geplante Einbahnstraße zwischen Odeonsplatz und Amiraplatz, der rechts neben der Nr. 9 vom Foto aus gesehen beginnt, so dass die Fahrtrichtung am Bild nach links in Zukunft nicht mehr möglich sein wird.

Seit Montag wird der Straßenabschnitt zwischen Odeonsplatz und Maximiliansplatz nun fahrradfreundlicher gestaltet.

(Foto: Florian Peljak)
  • Der Abschnitt der Brienner Straße zwischen Odeonsplatz und Maximiliansplatz soll fahrradfreundlicher gestaltet werden.
  • Die Radler bekommen in beiden Richtungen eigene Radstreifen - die Straße ist fortan eine "unechte Einbahnstraße".
  • Auf der Fahrbahn lässt die Stadt nun auf beiden Seiten Radfahrstreifen markieren und den Bordstein versetzen.

Die Brienner Straße ist nach Angaben der Stadt die am stärksten von Radlern befahrene Straße Münchens. Doch bisher war es für Radfahrer kein großer Spaß auf dem Abschnitt zwischen Odeonsplatz und Maximiliansplatz entlangzufahren, obwohl die Brienner Straße im Verkehrsentwicklungsplan als Fahrradhauptroute gelistet ist. Doch egal in welcher Richtung man bisher fuhr, gab es immer wieder brenzlige Situationen mit Autofahrern. Das soll sich nun ändern: Seit Montag wird dieser Straßenabschnitt nun fahrradfreundlicher gestaltet.

Die Radler bekommen in beiden Richtungen eigene Radstreifen. Um dies möglich zu machen, ist die Straße fortan eine "unechte Einbahnstraße". Das bedeutet, dass in Richtung Odeonsplatz nur noch Radler und Linienbusse fahren dürfen, dazu zählen auch die Busse der Stadtrundfahrten. Der vom Maximiliansplatz kommende motorisierte Individualverkehr darf noch bis zum Amiraplatz fahren. Die rund 450 Parkplätze am Literaturhaus bleiben so erreichbar. Wer zur Ludwigstraße will, wird über den Oskar-von-Miller-Ring umgeleitet.

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Auf der Fahrbahn lässt die Stadt nun auf beiden Seiten Radfahrstreifen markieren und den Bordstein versetzen. Außerdem müssen die Ampelanlage am Amiraplatz ausgetauscht und ein Lichtmast versetzt werden. Das erhöhe die Sicherheit und Sichtbarkeit für Radfahrer, teilt Kreisverwaltungsreferent Thomas Böhle mit. Die Maßnahme sei "ein klares und wichtiges Signal für alle, die auf dem Fahrrad unterwegs sind" und zudem ein "wichtiger Beitrag zur Verkehrssicherheit".

Ausreichend breite Radstreifen verbesserten den Alltag Tausender Radler und Fußgänger erheblich. Lückenschlüsse wie dieser im Radwegenetz seien wichtig, um das Ziel eines sicheren und gleichberechtigten Miteinanders auf Münchens Straßen zu erreichen, so Böhle.

Fortan soll es friedlicher zugehen

Bisher konnte man in diesem Teil der Brienner Straße weniger von einem Miteinander reden. Vielmehr verlief der Verkehr eher nach dem Motto jeder gegen jeden. Fußgänger und Geschäftsleute ärgerten sich über Radler, die in ihrer Not illegal auf den Gehweg auswichen. Radler, die ordnungsgemäß auf der Fahrbahn blieben, ärgerten sich über knapp überholende Autos und Autofahrer, die beim Parken ihre Türen aufstoßen, ohne vorher nach hinten zu schauen. Und die Autofahrer ärgerten sich über wild und ebenfalls knapp überholende Radler, wenn es mal wieder einen Stau gab.

Fortan soll es friedlicher zugehen. Mit der unechten Einbahnregelung und dem Wegfall von Parkbuchten an der Nordseite der Straße schafft die Stadt nun Platz. Weil Geschäftsleute sich gegen den kompletten Wegfall aller Kurzzeitparkplätze aussprachen, hat der Stadtrat einen Kompromiss beschlossen. Auf Höhe des Wittelsbacher Platzes wird eine neue, 37 Meter lange Parkbucht mit sieben Stellplätzen gebaut. Dafür muss die Stadt allerdings den Fußgängern etwas Platz wegnehmen.

Wie sich die neue Verkehrsführung bewährt, wird allerdings erst die Praxis zeigen. Denn wenn die großen Touristenbusse gen Odeonsplatz rollen, wird es dann doch auch künftig wieder ziemlich eng werden.

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