Die Fassade der Neuen Ziegelei am Maria-Nindl-Platz in Bogenhausen zieht schon von außen die Blicke auf sich: Der Neubau besteht tatsächlich aus lauter Ziegeln. Das seien „Recyclingziegel“, erklärt die Bürgermeisterin Verena Dietl bei der Eröffnungsfeier des neuen Bürger- und Kulturtreffs des Viertels. Doch nicht nur die Verwendung nachhaltiger Baumaterialien, die für eine klimafreundliche Bauweise ständen, mache die Neue Ziegelei im Prinz-Eugen-Park besonders.
Als erste integrierte Einrichtung Münchens vereint sie Kultur und Soziales unter einem Dach. Mit dem Alten- und Servicezentrum (ASZ), dem Familien- und Nachbarschaftstreff und vielfältigen Kulturangeboten ist das Haus ein Ort des Austauschs aller Generationen.
Innen ist das Gebäude hell und offen. Über drei Etagen verteilen sich Gymnastik-, Gruppen-, Begegnungs- und Beratungsräume. Herzstück ist der rund 230 Quadratmeter großer Saal im Obergeschoss, der je nach Anlass als Kultur- oder Speisesaal dient. Bei Konzerten, Vorträgen oder Theateraufführungen finden hier bis zu 300 Gäste Platz.
Ganz München sei hier willkommen, betont die Bürgermeisterin. Die Neue Ziegelei solle nicht nur Nachbarinnen und Nachbarn ansprechen, das Ziel sei auch ein „Tourismus“ aus anderen Stadtteilen. Das Programm ist entsprechend vielfältig: Neben sozialen Angeboten wie dem Mittagstisch für Senioren oder dem Papa-Kind-Treff gibt es Yoga für Mütter, Gymnastikstunden, gemeinsame Frühstücke und Ausflüge. Auch das Kulturleben kommt nicht zu kurz – geplant sind Musikfeste, Tanzabende, Lesungen und Workshops.
Wer den Familientreff noch aus der Cosimastraße kennt, wird die kommenden Veranstaltungen des alten Familienzentrums im Programm der Neuen Ziegelei wiederfinden. Das Vorläuferprojekt des Bayerischen Roten Kreuzes gab es bereits seit etwa zwei Jahren: „Der Bedarf war groß, da viele Familien neu in die Gegend gezogen sind“, erklärt die stellvertretende Geschäftsführerin des BRK, Monika Jahn. Umso größer sei die Freude, nun den Zielgruppenkreis zu erweitern.


„Die Neue Ziegelei ist unser Pilotprojekt“, sagt Jahn. „Wir haben das Ziel, mehr solcher Angebote in München zu schaffen.“ Durch mehrere Bereiche und Angebote in einem Haus stehe nachmittags kein Zimmer leer. Eine Einrichtung, in dem sich mehrere Zentren ergänzen, spare Kosten und Raum, erklärt Bürgermeisterin Dietl. Das seien Synergien, die München benötige. Die Neue Ziegelei könne ein Vorbild für weitere Stadtviertel sein.
„Ein schönes Beispiel für gelebte Teilhabe und Partizipation“ sei auch die Wahl des Namens gewesen, sagt die Bürgermeisterin. Denn den wählten die Bürgerinnen und Bürger beim Namenswettbewerb in Bogenhausen selbst. Dieser knüpfe nun an die frühere Ziegelherstellung im Viertel und an das Ortsdenkmal der Alten Ziegelei in Oberföhring an. So entstehe „in der Tradition der gegenseitigen Unterstützung, der Zusammenarbeit und des kreativen Schaffens“ ein neuer Ort, an dem Menschen zusammenfinden und neue Kontakte knüpfen können.

