Am Morgen des 25. Oktober 1950 scheint in der Möhlstraße in Bogenhausen alles wie immer zu sein. Die Geschäfte florieren, es wird angepriesen, gefeilscht, gerechnet und gekauft. In der von noblen Villen gesäumten Straße waren in den Jahren seit dem Ende des Krieges um die hundert Marktbuden entstanden. Dazwischen streifen an diesem kalten Mittwochmorgen Frauen und Männer umher, darunter viele Displaced Persons (DPs), Menschen, die während des Krieges von deutschen Truppen aus ihrer Heimat verschleppt und als Zwangsarbeiter ausgebeutet worden waren.
NachkriegszeitDeutschlands größter Schwarzmarkt war in Bogenhausen
Lesezeit: 8 Min.

In der Möhlstraße entsteht nach dem Krieg ein gewaltiger Umschlagplatz für Kaffee, Zigaretten, Schokolade und vieles mehr. Razzien setzen ihm nach Jahren ein Ende. Doch wie kam es, dass ausgerechnet im feinen Bogenhausen ein solcher Markt entstand?
Von Wolfgang Görl
