NachkriegszeitDeutschlands größter Schwarzmarkt war in Bogenhausen

Lesezeit: 8 Min.

Die Polizei führt eine Razzia in der als Schwarzmarktzentrum bekannten Möhlstraße in München durch. Zollfahndungsbeamte verladen die beschlagnahmten Waren.
Die Polizei führt eine Razzia in der als Schwarzmarktzentrum bekannten Möhlstraße in München durch. Zollfahndungsbeamte verladen die beschlagnahmten Waren. AP

In der Möhlstraße entsteht nach dem Krieg ein gewaltiger Umschlagplatz für Kaffee, Zigaretten, Schokolade und vieles mehr. Razzien setzen ihm nach Jahren ein Ende. Doch wie kam es, dass ausgerechnet im feinen Bogenhausen ein solcher Markt entstand?

Von Wolfgang Görl

SZ bei Google bevorzugen

Am Morgen des 25. Oktober 1950 scheint in der Möhlstraße in Bogenhausen alles wie immer zu sein. Die Geschäfte florieren, es wird angepriesen, gefeilscht, gerechnet und gekauft. In der von noblen Villen gesäumten Straße waren in den Jahren seit dem Ende des Krieges um die hundert Marktbuden entstanden. Dazwischen streifen an diesem kalten Mittwochmorgen Frauen und Männer umher, darunter viele Displaced Persons (DPs), Menschen, die während des Krieges von deutschen Truppen aus ihrer Heimat verschleppt und als Zwangsarbeiter ausgebeutet worden waren.

Zur SZ-Startseite

80 Jahre Kriegsende
:Von Vergeltung bis Verbrüderung – das Chaos der letzten Kriegstage

Der Einmarsch der US-amerikanischen Truppen in München verläuft vielerorts diszipliniert. Aber der rechtsfreie Raum nach dem Zusammenbruch der NS-Herrschaft befördert auch Übergriffe, Plünderungen und Raub, durch Militärs wie durch die Zivilbevölkerung.

SZ PlusVon Wolfgang Görl

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: