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Brandbrief an das Gesundheitsreferat:Fragen über Fragen

Coronavirus - Impfzentrum Nürnberg

Auf Spritzen gezogene Hoffnung: Viele Bürger in Bogenhausen wollen wissen, wann die Impfkampagne auch bei ihnen richtig loslegt.

(Foto: Daniel Karmann/dpa)

Bogenhauser wollen wissen, wie es mit den Impfungen gegen Corona weitergeht.

Von Nicole Graner, Bogenhausen

Fast in jedem Stadtviertel wird der Ruf immer lauter, das Impfen für die Bürger leichter zu machen. Auch wenn es im Impfzentrum in der Messestadt Riem derzeit kaum mehr Schlangen gibt und sich viel Personal um die Impfwilligen und vor allem alten Menschen kümmert, ist der Weg für viele beschwerlich. Im zweiten Quartal soll nun auch in Arztpraxen geimpft werden können. Doch wann genau das sein wird, ist noch nicht klar. Die Rede ist laut Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek spätestens am 19. April. Den Grünen im Bezirksausschuss (BA) Bogenhausen reichen die Angaben, die von Stadt und Bund dazu gemacht werden, nicht aus. Sie wollen wissen, wie es vor allem im Stadtbezirk weitergeht.

In einem Antrag fordern sie vom Gesundheitsreferat genaue Informationen. "Der Impfstoff ist da, kommt aber nicht in den Arm", sagte Petra Cockrell (Grüne). Für die Bürger in Bogenhausen sollte es ihrer Meinung nach eine klare Perspektive geben. "Ich vermisse konkrete Angaben, wie viele Kapazitäten es gibt, wie viele Impfungen in Bogenhausen möglich sind." Und die Fraktion stellt in ihrem Antrag Fragen: Zum Beispiel, wie die Impfkapazität pro Tag in den Sommermonaten von Juni bis September aussieht. Und wann die Bürgerinnen und Bürger über den Impfablauf und die Terminvergabe informiert werden, falls Hausärzte impfen. Auch wollen die Grünen wissen, ob im Krankenhaus Bogenhausen geimpft wird und Impfungen durch Betriebsärzte in den großen Unternehmen in Bogenhausen wie Unicredit oder Baywa vorgenommen werden.

Jens Luther (CSU) lobte den Antrag als eine "gute Idee", fragte sich aber auch, ob man nun unter anderem mit Fragen, wann zum Beispiel die Bürger in Arztpraxen geimpft werden könnten, nicht doch das Referat belaste. Man sollte diese Fragen doch eher am alle zwei Wochen tagenden Corona-Tisch der Stadt ansprechen. Angelika Pilz-Strasser (Grüne), die in diesem Gremium sitzt, versprach das "natürlich" zu tun. Aber sie fand auch, dass man ruhig den Antrag an das Gesundheitsreferat weitergeben könne. "So viele Leute sind verunsichert", sagte Pilz-Strasser. Gerade weil die Impferei so "holprig" angelaufen sei. Man brauche "glaubhafte" Angaben. Karin Vetterle (SPD) wies auf ein weiteres Problem hin: "Die Menschen zum Beispiel in unserem Gehörlosenzentrum", sagt sie, "brauchen für die Impfung Dolmetscher. "

Allein 17 Anfragen an den BA habe es von Bürgerinnen und Bürgern in den letzten Wochen zur Impfvergabe gegeben, erklärte BA-Vorsitzender Florian Ring (CSU). Das mache sehr deutlich, wie viele Fragen ungeklärt sein. Der BA stimmte für den Grünen-Antrag.

© SZ vom 19.03.2021/van
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