München Blitze und Bäume im Gleis: Massive Probleme bei der S-Bahn München

Nach schweren Unwettern muss der Betrieb sogar erst einmal komplett eingestellt werden. Am Samstagnachmittag sind immer noch nicht alle Strecken befahrbar.

Wegen schwerer Unwetter hat die S-Bahn München den Betrieb im gesamten Netz am Freitagabend vorübergehend eingestellt. Für etwa 40 Minuten standen sämtliche Züge still, sowohl auf der Stammstrecke als auch auf den sogenannten Außenästen in die umliegenden Landkreise.

Die Bahn berichtete von Störungen, Schäden sowie von "in den Gleisen befindlichen Bäumen". Offenbar hatten auch an mehreren Stellen Blitze eingeschlagen. Das wurde den Fahrgästen auf elektronischen Anzeigetafeln mitgeteilt. Die S-Bahnen blieben für die Dauer der Störung an den Bahnsteigen stehen.

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Gegen 22.30 Uhr kam zwar eine erste vorsichtige Entwarnung. "Der Betrieb werde wieder aufgenommen", hieß es, dennoch werde es im gesamten Netz "zu erheblichen Verzögerungen und Zugausfällen" kommen. Verbindungen in die Landkreise Erding, Ebersberg und Bad Tölz-Wolfratshausen waren am schwersten betroffen. Zwischen Solln und Wolfratshausen wurden rund 150 Reisende aus einer S-Bahn evakuiert, weil die Strecke durch umgefallene Bäume versperrt war.

Am Samstagmorgen beginnt sich der Betrieb zu normalisieren. Aktuell meldet die S-Bahn München folgende Störungen:

  • S 2: Die Strecke zwischen Markt Schwaben - Erding ist ebenfalls wegen Bäumen im Gleis gesperrt. Die S-Bahnen in Richtung Erding verkehren bis Markt Schwaben und enden vorzeitig.
  • S 7: Bäume im Gleis machen die Strecke Solln - Wolfratshausen weiterhin unpassierbar. Die S-Bahnen in Richtung Wolfratshausen verkehren bis Solln und enden vorzeitig.

Für die gesperrten Strecken hat die Bahn einen Schienenersatzverkehr mit Taxis organisiert. Neueste Informationen zur Betriebslage bei der S-Bahn München finden Sie hier. Wie lange die Störungen noch dauern werden, ist nicht bekannt.

Verletzte bei Musik-Festivals

Probleme gab es in der Nacht auch auf der Autobahn und der Bahnstrecke nach Salzburg, die beide teilweise gesperrt wurden. Das Chiemsee-Summer-Festival und das Echelon-Festival in Bad Aibling (Landkreis Rosenheim) wurden abgebrochen aufgrund von Schäden an den Bühnen und der Infrastruktur. Auf dem Chiemsee-Summer-Festival wurden etwa 50 Menschen medizinisch behandelt. "Darunter auch viele, die durch die Ereignisse verängstigt waren und eine psychologische Betreuung in Anspruch genommen haben", teilten die Veranstalter mit. 20 Personen mussten ins Krankenhaus.

Die Besucher seien in Notunterkünfte gebracht worden, da "die Campingplätze total verwüstet worden" seien "und die meisten Gäste derzeit ohne Dach über dem Kopf dastehen". Pavillions und sogar ein für Starkwind ausgelegtes Zelt seien zum Teil erheblich beschädigt worden.

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