Jahrelang gehörte die Blade Night zum Sommer wie Grillen am Flaucher oder Besuche im Biergarten. Nachdem sie 2017 und 2018 aus Geldmangel ausfallen musste, rollten vergangenes Jahr die Inline-Skater an zehn Abenden wieder durch die Stadt. Jetzt, nach 20 Jahren, ist die Blade Night offenbar endgültig Geschichte, wie der Veranstalter Green City mitteilt. Der Verein konnte für dieses Jahr die Finanzierung wieder nicht sichern. Und Verluste darf er nicht machen, wenn er seine Gemeinnützigkeit nicht aufs Spiel setzen will. Das will Green City auch künftig nicht mehr riskieren.
Seit 1999 rollten immer an Montagabenden Tausende Inline-Skater über verschiedene Routen durch die Stadt. Die meisten Münchner kannten die Veranstaltung, auch wenn sie nicht daran teilnahmen. Autofahrer standen - auf die "Bläd Night" schimpfend - im Stau, bis der Tross sich vorbeigeschoben hatte. Und das konnte dauern: In guten Tagen waren es bis zu 35 000 Teilnehmer pro Abend.
Vergangenes Jahr kamen nur noch zwischen 1000 und 4000 Inline-Skater. Dass es längst nicht mehr so viele waren, lag nicht nur am schlechten Wetter, dessentwegen auch einige Abende abgesagt werden mussten. Schon in den Jahren zuvor hatte sich abgezeichnet, dass das Skaten bei Weitem nicht mehr so angesagt war, wie noch in den Nullerjahren. Etwa 120 000 Euro hat die Blade Night pro Saison gekostet. Ohne die vielen ehrenamtliche Mitarbeiter wäre sie weitaus teurer geworden.
Dann kam das Aus in Etappen: Als 2017 die Krankenkasse AOK aus dem Sponsoring ausstieg, schien das Ende bereits besiegelt zu sein. Mit dem Unternehmen K2 fand sich doch noch ein Sponsor, der zusammen mit rund 15 000 Euro Spenden das große Rollen 2019 noch für eine Saison möglich machte. K2 wäre auch dieses Jahr wieder dabei gewesen, sagt Martin Glöckner, Geschäftsführer von Green City. Dennoch habe das Budget nicht gereicht.
Über die Jahre fand die Blade Night mehr als zwei Millionen Teilnehmer. Für Glöckner hat die Blade Night einen nachhaltigen Erfolg, in dem sie das Denken der Menschen verändert hat. Früher, sagt er, sei es unvorstellbar gewesen, die Straßen auch anderen Verkehrsteilnehmern zu überlassen als Autofahrern. Jetzt könne man doch weiterdenken und überlegen, einzelne Viertel vorübergehend autofrei zu gestalten.
