Fußball München bewirbt sich um Champions-League-Finale 2021

Begehrte Trophäe: Der Champions-League-Pokal 2012 auf dem Rasen in der Allianz-Arena.

(Foto: dpa)
  • Die Bewerbungsunterlagen müssen bis zum Freitag bei der Uefa eingereicht werden, die Entscheidung soll im Mai bekanntgegeben werden.
  • Einziger Konkurrent von München ist laut Uefa St. Petersburg.
  • Als Austragungsort für Spiele der Europameisterschaften 2020 und 2024 steht München bereits fest.
Von Heiner Effern

München ist bereit, das Champions-League-Finale 2021 auszurichten. Der Stadtrat hat der Bewerbung zugestimmt, die den Steuerzahler etwa 8,5 Millionen Euro kosten soll. Dazu ermächtigte er Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), eine Reihe von Verpflichtungs- und Garantieerklärungen zu unterschreiben. "Ich finde es richtig für München, dass wir uns bewerben", sagte Reiter. Allerdings erhielten CSU und SPD aus der Opposition nur Unterstützung von der Bayernpartei, alle anderen Stadträte sprachen sich gegen die Bewerbung aus. Zu teuer, zu viele Zwangsvorgaben vom Europäischen Fußballverband (Uefa), zu wenig Nutzen für den heimischen Sport - so lautete die Kritik.

Dennoch wird die Stadt nun mit Sankt Petersburg (Russland) um die Austragung konkurrieren, die Uefa wird sich Ende Mai zwischen den beiden Bewerbern entscheiden. Bekommt München den Zuschlag, wird das Finale an einem Samstag in der Arena in Fröttmaning ausgetragen. Dazu wird es viele weitere Veranstaltungen geben, zu deren Organisation und Bezahlung sich die Stadt nun verpflichtet. Von Donnerstag bis Sonntag wird zum Beispiel der Olympiapark Gastgeber für ein Fanfestival namens Champions-Trophy werden. Dort sollen unter anderem Selfies mit dem Pokal möglich und 160 "ikonische Fußballbilder" zu sehen sein. Dafür sind 600 000 Euro veranschlagt. Sollte die Partie ähnlich attraktiv sein wie beim Finale in München im Jahr 2012, als der FC Bayern mit von der Partie war, wird es auch Public Viewing im Olympiastadion geben.

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Der Bayern-Boss ist der Meinung, dass sich die Klubs sonst selbst schaden. Basketballer LeBron James ist der Top-Verdiener der NBA, die Zukunft von Thomas Hitzlsperger in der ARD ist offen.

Am Abend vor dem Finale darf die Stadt laut den Verträgen ein exklusives Diner für 600 Gäste geben. Der Ort sollte prominent und zentral sein, die Versorgung gratis und die Bühnentechnik inklusive. Immerhin übernimmt die Uefa "die Kosten für Dekoration, Unterhaltungsprogramm, Veranstaltungsproduktion sowie für den Transport und das Empfangspersonal". Normale Fans sind dort eher nicht eingeladen; für die soll die Stadt jeweils eine zentralen Platz je Verein als Partyzone organisieren. Vorgesehen dafür sind der Odeonsplatz und der Alte Botanische Garten. Für diese beiden Punkte wird gut eine halbe Million Euro fällig.

Das darüber hinaus gehende Sicherheitskonzept wird knapp eine Million Euro kosten. Etwas mehr muss die Stadt für das Verkehrskonzept zur Verfügung stellen. Sollte die Uefa tatsächlich wie geplant die Anfahrt zur Arena für Autos verbieten, könnte sich dieser Posten noch deutlich erhöhen. Allerdings sind in den jetzt veranschlagten 8,5 Millionen Euro noch 20 Prozent Reserve enthalten. Zum Vergleich: Das Finale 2012, das der FC Bayern gegen den FC Chelsea im Elferschießen verlor, kostete die Stadt etwa 1,5 Millionen Euro.

Die Kosten waren auch eines der Hauptargumente, die von den Gegnern angeführt wurden. München sei bereits Gastgeber für die Europameisterschaft 2020 und 2024, sagte FDP-Stadtrat Thomas Ranft. Zusammen mit dem Champions-League-Finale 2021 flössen 50 Millionen Euro in Fußballgroßereignisse. Mit dem Geld könne man auch den Breitensport fördern und die marode Regatta-Anlage in Oberschleißheim sanieren. Zudem lasse man sich von der Uefa die Bedingungen diktieren. Solche Verträge könnte man auch "mit einer italienischen Organisation abschließen, die für spontane Eigentumsübertragung bekannt ist".

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Die Helfer sollen den Besuchern sowohl rund um das Stadion als auch in der Stadt selbst zur Verfügung stehen.