Freitagmittag, Sonnenschein in Berlin. Am S-Bahnsteig Prenzlauer Berg steht eine junge Frau in rosa Lackstiefeln, kariertem Minirock, Kunstpelzjacke und Strass besetzter Kappe, und zwar gleich zweimal. Denn neben sich hat sie einen lebensgroßen Pappaufsteller, quasi ihr Abziehbild, ebenso gehüllt in Glitzer, Plüsch, Pink und mit schrillem Make-up. Die Frau steigt mit ihrem „Zwilling“ in die S-Bahn, setzt sich, lehnt ihren Aufsteller gegen ihr Knie; die anderen Fahrgäste schauen nicht einmal auf. „So ist das in Berlin“, sagt die gebürtige Münchnerin Tina (Name geändert) und lacht: „Hier schaut einen keiner an. Egal, wie man aussieht.“
Provokative KunstEine Frau als Dragqueen
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„Jetzt erst recht“, sagt die Dragqueen nach dem Anschag auf den Berliner CSD. Sie lasse sich ihre Freiheit und Lebensfreude nicht nehmen. Trotzdem sei man vorsichtiger geworden.
Ludwig Nikulski„Im Grunde ist es ultrafeministisch“, findet die 29-jährige Dragqueen „Futurristic“. Wie die Menschen auf ihre Kunst reagieren, warum sie raus aus München musste – und wie der Anschlag auf den Berliner CSD nachwirkt.
