MünchenVierjähriger Junge tot – Unfallfahrer soll über rote Ampel gefahren sein

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Auf der Rückbank des Škoda saßen zwei Kinder. Der BMW prallte auf der Kreuzung in die hintere rechte Tür.
Auf der Rückbank des Škoda saßen zwei Kinder. Der BMW prallte auf der Kreuzung in die hintere rechte Tür. (Foto: Martin Mühlfenzl)

Auf einer Kreuzung in Berg am Laim kommt es beim Abbiegen zu einem schweren Unfall. Vier Personen werden verletzt – ein Kind stirbt im Krankenhaus. Die ersten Erkenntnisse der Polizei.

Von Stephan Handel

Ein vier Jahre alter Junge ist am Montagnachmittag nach einem Zusammenprall von zwei Autos an der Kreuzung von Kreillerstraße und St.-Veit-Straße in Berg am Laim ums Leben gekommen. Er saß zusammen mit einem weiteren Kind im gleichen Alter im Wagen einer 37-jährigen Frau, wie die Polizei mitteilte. Die Frau fuhr stadteinwärts und wollte an der Kreuzung nach links abbiegen.

Der Abbiegepfeil habe für sie Grün gezeigt, hieß es. Auf der Kreuzung prallte ihr Wagen mit einem entgegenkommenden BMW zusammen, der in Richtung Trudering fuhr. Am Steuer saß ein 60-Jähriger, auf dem Beifahrersitz eine 30-Jährige. Die Polizei geht davon aus, dass die Ampel für ihn Rot zeigte. Das sollen Zeugenaussagen ergeben haben – ebenso, dass der BMW mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war.

Nach Zeugenaussagen soll der BMW eine rote Ampel überfahren haben und mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs gewesen sein.
Nach Zeugenaussagen soll der BMW eine rote Ampel überfahren haben und mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs gewesen sein. (Foto: Martin Mühlfenzl)

Das Fahrzeug prallte in die rechte Seite des Škoda auf Höhe der hinteren Tür. Dort saß das spätere Todesopfer, es war wie auch das andere Kind ordnungsgemäß in Kindersitzen gesichert. Zum Verwandtschaftsverhältnis der Fahrerin und der beiden Kinder machte die Polizei keine Angaben. Der Fahrer des BMW zog sich eine Schulterfraktur zu. Die beiden Frauen und das zweite Kind wurden nur leicht verletzt. An den Fahrzeugen entstand Totalschaden.

Zwei Polizeistreifen, die als erste am Unfallort eintrafen, bargen den schwer verletzten Jungen aus dem Auto und begannen sofort mit der Reanimation, bis der Rettungsdienst eintraf. Trotzdem starb er im Krankenhaus. Die Polizeibeamten waren von dem Geschehen so mitgenommen, dass sie ihren Dienst nicht beenden konnten. Die Unfallbeteiligten wurden von zwei Teams des Kriseninterventionsdienstes betreut. Die Kreillerstraße war während der Unfallaufnahme für etwa drei Stunden gesperrt, auch die Tram fuhr zunächst nicht. Es kam zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.

Ein Gutachten soll nun Klarheit über den Unfallhergang bringen. Die Polizei prüft auch, ob der BMW-Fahrer von einer akuten Erkrankung ereilt wurde, so dass er sein Fahrzeug nicht mehr kontrollieren konnte. Gegen ihn wird vorerst wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und Gefährdung des Straßenverkehrs ermittelt.

Die Kreillerstraße ist die Hauptdurchgangsstraße durch Berg am Laim, gilt aber nicht als Unfallschwerpunkt. Sie wird an der Grenze zum Stadtteil Trudering zur Wasserburger Landstraße. An dieser Stelle kam vor zweieinhalb Jahren eine Radfahrerin ums Leben, weil sie von einem Lastwagen überfahren wurde. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) kritisierte damals die Anlage des Radwegs dort: Er verläuft zwischen der Geradeaus- und der Rechtsabbiegerspur für die Autos.

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