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Berg am Laim:Ärger über Partys im Gleispark

Landschaftspark Baumkirchen Mitte in München, 2019

Neues Grün, alte Gleise: der Park von Baumkirchen Mitte.

(Foto: Florian Peljak)

Anwohner klagen über Partys im neuen Gleispark. Ein Sicherheitsdienst soll an den Wochenenden für Ruhe sorgen

Von Julian Raff, Berg am Laim

Ein Jahr nach der Eröffnung wuchert das Grün im Landschafts- oder "Gleispark" hinter den Neubauten an der Hermann-Weinhauser- Straße vorerst ungebremst weiter und verschlingt Kabeltrommeln, Schienen, Signale und Gebäudereste. Vor den Augen der Besucher, die das Gelände auf einem 480 Meter langen Steg durchqueren können, holt sich die Natur das frühere Bahnbetriebswerk IV westlich des Quartiers Baumkirchen Mitte zurück. Dessen Bewohner sorgen sich nun, ob das ungewöhnliche Konzept nicht an seine Grenzen stößt, indem es als Einladung zu rücksichtslosem Verhalten missverstanden wird.

Beim Bezirksausschuss (BA) Berg am Laim gingen Beschwerden über nächtliche Partys und neuen Müll ein, der eben nichts mit der Romantik der überwucherten Holz- und Stahlrelikte zu tun hat. Die Anwohner fordern unter anderem, im östlichen Bereich zwischen Besuchersteg und Gebäuden eine Spiel- und Freizeitwiese anzulegen und den kleinteiligen Müll entfernen zu lassen. Außerdem sollen Abfalleimer aufgestellt werden. Zusätzlich solle ein Sicherheitsdienst freitags und samstags von 22 Uhr an auf die Feiernden einwirken, was bisher die Polizei tut.

Auch der BA befürwortet den "punktuellen" Einsatz von Security-Personal. Das 6,2 Hektar große Gelände ist im Eigentum des für Baumkirchen Mitte verantwortlichen Projektentwicklers CA Immo, der dem BA bereits zugesagt hat, Kabel, Glasscherben und anderes Kleinmaterial entsorgen zu lassen. Mülleimer waren dagegen bisher bewusst nicht vorgesehen. Besucher sollten so von vornherein dazu angehalten werden, ihren Abfall selbst mitzunehmen. Der BA hofft nun auf einen Kompromiss in Form von Abfallbehältern im östlichen Eingangsbereich.

Ob der Park seine Funktion als ökologische Vorrangfläche für seltene Arten weiter entfalten kann, hängt in Zukunft vom wohldosierten Rückschnitt ab - und davon, inwieweit die Nachbarn das Refugium nur vom Steg aus genießen. Projektentwickler und Planer verweisen auf rund anderthalb Hektar betretbare Grünfläche, die nach und nach im Baugebiet entstehen werden.

© SZ vom 03.06.2020

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