Berg am Laim:Ein Park für alle Altersgruppen

Campus Ost

Schaukeln, klettern, plantschen: Die Besucher des Campus Ost werden vielfältige Möglichkeiten zum Spielen, Genießen und Erholen vorfinden.

(Foto: ver.de Landschaftsarchitektur)

Parallel zum Neubau der Realschule an der Fehwiesenstraße will die Stadt in den kommenden Jahren auch die dortige Grünanlage zum Campus Ost umgestalten. Dabei wird der Park in drei Bereiche eingeteilt.

Von Lea Kramer, Berg am Laim

Vorne rauscht der Verkehr über den Innsbrucker Ring, keine drei Meter weiter östlich zwitschern die Vögel. Die Grünanlage an der Fehwiesenstraße ist eine der vielseitigeren Frischluftschneisen im Münchner Osten. Mit Spielplätzen, Kapelle, Freizeittreff, Kleingärten, Schulen, Kitas und Sportplätzen müssen dort besonders viele unterschiedliche Interessen miteinander vereinbart werden. Die Stadt hat sich den Park nun als Ganzes vorgenommen. Als sogenannter Campus Ost soll er in den kommenden Jahren umgestaltet werden. Wer sich einbringen will, darf eine Postkarte schreiben.

Die Umgestaltung der Grünfläche wird im Zusammenhang mit dem städtischen Schulbauprogramm angegangen. Eigentlich war vorgesehen, dass die Ludwig-Thoma-Realschule an der Fehwiesenstraße saniert und von drei auf sechs Züge erweitert wird. Der Umbau rechnet sich nach einer Untersuchung der Stadt aber nicht, deshalb wird die Realschule abgerissen und neu gebaut. Im Zuge dessen wird das Gelände neu geordnet, es entsteht zusätzlicher Platz für eine Kindertagesstätte sowie eine Förderschule. Im ersten Bauabschnitt sind das Haus für Kinder und die Bezirkssportanlage dran. Zunächst werden die bestehenden Gebäude abgerissen, danach eine Dreifach-Sporthalle, eine Schwimmhalle sowie das Sportgebäude mit Umkleiden und Vereinsgaststätte neu errichtet. In der Kindertageseinrichtung wird es Platz für 148 Kinder in jeweils vier Krippen- und Kindergartengruppen geben. Der erste Abschnitt soll 2025 fertig sein.

"Während der Bauzeit bleiben zwei Sportplätze durchgängig nutzbar", sagt Alexander Friedrich (SPD), Vorsitzender des Bezirksausschuss (BA) Berg am Laim. Das war den Vertretern der drei großen Sportvereine in Berg am Laim wichtig. Sie alle brauchen dringend Platz für ihre Sportangebote, auch unter freiem Himmel. Vor gut einem Jahr hat zum Beispiel der ESV München-Ost zwar seine neue Dreifach-Turnhalle an der Hermann-Weinhauser-Straße beziehen können. Aufgrund der Corona-Pandemie haben die Trainings des Vereins allerdings bis vor Kurzem hauptsächlich digital stattgefunden. Gewissheit über eine Verlegung des Fußballplatzes des Vereins an die Thomas-Hauser-Straße, der momentan noch auf dem Gelände für das Neubaugebiet Truderinger Acker liegt, gibt es bislang noch nicht.

Der FC Phönix hingegen hat viele Jahre unter der Ungewissheit um die Griechische Schule auf seinem Nachbargrundstück gelitten und viele Sanierungsmaßnahmen rund um die Fußballplätze aufgeschoben. Die Pandemie hat bei dem Fußballverein keinen Mitgliederschwund bewirkt. Im Gegenteil der FC Phönix erwartet in Zukunft sogar noch mehr Mitglieder und sucht deshalb Jugendtrainer. Der Sportverein Schwarz-Weiß ist der Verein, der am meisten von dem Umbau betroffen ist. Er nutzt hauptsächlich die Sportstätten auf dem Gelände der Bezirkssportanlage an der Fehwiesenstraße und hat auch dort seinen Vereinssitz.

Campus Ost

Areal mit Potenzial: Die Grünflächen zwischen Innsbrucker Ring und Echardinger Straße werden in den nächsten Jahren neu gestaltet.

(Foto: Privat)

Die Ludwig-Thoma-Realschule und das neue Förderzentrum stehen erst in einem zweiten Bauabschnitt an. 2029 sollen die neuen Gebäude in Betrieb gehen.

Was auf der Grünanlage passiert

Das Gelände rund um die Schul- und Sportstätten ist mit seinem alten Baumbestand und den verschlungenen Wegen ein grünes Kleinod. In der Vergangenheit ist es allerdings von den Anwohnern nur wenig genutzt worden. Das mag daran liegen, dass es durch veraltete Spielgeräte, fehlende Sitzbänke und Scherben auf den Wegen einfach zu unattraktiv war. Das soll sich künftig ändern. Von 2023 an wird der Park umgestaltet und in drei Bereiche für verschiedene Altersgruppen eingeteilt.

Jugendspielen

In digitalen Workshops sind die Schülerinnen und Schüler der angrenzenden Schulen befragt worden, was sie sich im neuen Campus Ost wünschen. Ihre Ideen - vor allem aus dem Fitness- und Trendsportbereich - sind in die Planungen miteingeflossen. An der Lärmschutzwand zum Innsbrucker Ring beispielsweise wird es künftig hoch hinaus gehen. Sie wird mit Klettergriffen ausgestattet. Zudem wird dort ein Streetballplatz mit Tribüne entstehen. Ein weiterer eingezäunter Fußballplatz, Tischtennisplatten sowie ein Kletterparcours werden ebenfalls entstehen. Im Süden des Bereichs wird eine Bahn angelegt, auf der mit Skateboard, Rollschuhen und Rollern gefahren werden darf. Ausgeruht werden kann sich dann auf verschiedenen Sitzbänken, dem Liegedeck oder in den Hängematten. Zudem wird ein Trinkbrunnen auf dem Gelände installiert.

Kinderspielplatz

Der blaue alte Kletterturm auf dem Kinderspielplatz wird einer großen Kletter- und Rutschenlandschaft weichen. Auf alten Trampelpfaden werden Kletter- und Balanciermöglichkeiten entstehen. Es wird verschiedene Schaukelmöglichkeiten für Kinder im Schulalter geben. Die ganz Kleinen bekommen eine Sandbaustelle, ein Karussell sowie einen Wasserspielplatz. Zum Picknick kann man sich an neuen Tischen und Sitzmöglichkeiten niederlassen.

Generationentreffpunkt

Die Wiesen im Süden des Parks sollen zum Treffpunkt für Erwachsene werden. Was dort genau entstehen wird, ist noch nicht festgelegt. Da der dortige Freizeittreff in naher Zukunft ins Werksviertel umziehen soll, gibt es noch viele Gestaltungsmöglichkeiten. So könnte etwa die Sommerstockbahn, die im Jugendbereich abgebaut wird, hier einen neuen Standort finden. Zusätzliche Tischtennisplatten, ein Schachfeld oder Senioren-Fitnessgeräte wären ebenfalls möglich. Das Baureferat ist für Ideen offen und wünscht sich eine Beteiligung der Anwohner. Sie können sich mit einer Postkarte oder über die Webseite www.bauwärts.de/campus-ost an die Verantwortlichen wenden.

© SZ vom 06.07.2021/syn
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