Franka sitzt barfuß im Untergrund, auf einer Bank im U-Bahnhof Stiglmaierplatz, die Kälte kriecht ihr in den Körper. Eben noch war sie oben im fensterlosen Saal A101 des Oberlandesgerichts München. Es ist der 377. Verhandlungstag im NSU-Prozess (27. Juli 2017), 55 weitere werden folgen. Die Abschlussplädoyers haben begonnen. Von ihrem Platz auf der Besuchertribüne konnte Franka auf die Hauptangeklagte Beate Zschäpe hinunterblicken, und mit einem Schlag war ihr klar geworden: „Schweigen hat ein Verfallsdatum.“ Ist dieses überschritten, „beginnen die Worte in einem zu gären, wandeln sich schrittweise zu etwas Unberechenbarem.“
Schriftstellerin Annegret Liepold über RechtsextremismusWie ernst ist es Beate Zschäpe?
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Beate Zschäpe in einem Aussteigerprogramm? Autorin Annegret Liepold, deren Debüt „Unter Grund“ auch im Gerichtssaal des NSU-Prozesses spielt, hat Zweifel am Aufarbeitungswillen der Rechtsterroristin. Ihr Roman erzählt vom Abrutschen einer jungen Frau in die Neonazi-Szene.
Von Jutta Czeguhn
