Mit seinen Soloprogrammen füllt der gebürtige Straubinger und Stand-up-Comedian Maxi Gstettenbauer bundesweit die Hallen. Aktuell sucht er mit dem Programm „Stabil“ als sympathisch-schwarzhumoriger Familienvater, der sowohl an der Welt als auch an den eigenen Ansprüchen verzweifelt, nach innerer Balance. Als Moderator der neuen BR-Sendung „Bayern, des samma mia!“ macht er sich daran, die Menschen im Freistaat von allen Seiten unter die Lupe zu nehmen. Unterstützt wird er dabei von seinen Kollegen Michael Altinger und Eva Karl Faltermeier. Gemeinsam mit wechselnden Gästen möchten sie herausfinden, wie Bayern tickt. Zum Auftakt am 6. März erwarten sie Simon Pearce und Lisa Feller.
Montag: Stand-up-Comedy im Lucky Punch

Wenn ich spielfrei habe und in München bin, nutze ich die Gelegenheit dafür, dass ich beim Open Mic im Lucky Punch Comedy Club vorbeischaue. Ein idealer Platz, um völlig neue Nummern auszuprobieren. Vor Open-Mic-Auftritten bin ich zum Teil nervöser als bei einer TV-Aufzeichnung. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wieso: Vielleicht weil ich darüber nachdenke, was die anderen Comedians über meine neuen Ideen denken. Vielleicht weil ich keine Ahnung habe, ob jemand lachen wird. Beim Lucky Punch sind nicht nur erfahrene Kollegen, sondern auch komplette Anfänger – und es wäre schon ein bisschen peinlich, wenn man da als Profi gar keinen Lacher kassiert. Auch nach 17 Jahren ist dieser Druck nie ganz weg. Man lernt ihn einfach anzunehmen. Ich hab’ mich mittlerweile daran so gewöhnt, dass ich mich vorher noch mit meiner Bookerin zum Essen in der L’Osteria gegenüber dem Gasteig treffe – der mich immer wieder fasziniert, weil er aussieht, als ob ein gigantischer Todesstern in München gelandet wäre. Aber wer schnelle Unterhaltung möchte, sollte hier regelmäßig vorbeischauen!
Dienstag: Legendärer Tischtennisspieler

Jetzt kommt was für die Best Ager! Meine Mutter hat mir „Tablet-Yoga“ empfohlen. In einem 20-minütigen Video zeigt ein Coach, wie man zum Yoga-Yoda wird, um die versteifte Smartphone-Haltung der Halswirbelsäule aufzubrechen. Der Clou: Man kann das Tablet dafür gar nicht aus der Hand nehmen, weil man ja sonst das Video nicht mehr sieht. Genau mein Sport. Das Tablet kann ich allerdings nicht mit ins Kino nehmen – das genau das war aber der Plan heute –, denn „Marty Supreme“ mit Timothée Chalamet als legendärer Tischtennisspieler läuft seit letzter Woche. Den will ich unbedingt sehen … jetzt, wo alles gestreamt wird, gehe ich viel bewusster ins Kino. Die großen Säle haben für mich mittlerweile was Nostalgisches. Und ohne Popcorn macht ein Film halt auch wenig Sinn, deshalb geht’s für mich in den Mathäser Filmpalast.
Mittwoch: „Star Wars“-Schau

Wenn ich auf Tour bin, spiel’ ich gerne mal „Diablo 2 Resurrected“ auf meinem Laptop. Ein Videospiel, das mittlerweile 20 Jahre alt ist, denn in der digitalen Welt gilt das Gleiche wie in der echten: Früher war besser! Man schreitet als Krieger/in durch die Lande und kämpft sich durch graue Landschaften, um den Höllenfürsten Diablo zu erlegen. Wer mal wirklich ein Spiel zocken will, was von der Durchdachtheit und Qualität an eine gute geschnittene Altbauwohnung in Schwabing herankommt, der sollte sich dieses Juwel aus alter Zeit mal auf einem Vergnügungsapparat seines Vertrauens installieren. Natürlich zocke ich nicht den ganzen Tag – ich mache auch noch was ganz Vernünftiges! Ich gehe in die „The Fans Strike Back“- Ausstellung, wo es ausschließlich um „Star Wars“ geht. Da kann mir nicht mal Friedrich Merz mangelnde Produktivität vorwerfen!
Donnerstag: Familientreffen im Augustiner

Familientag! Wenn der Bub schon mal in der Nähe ist, dann machen sich auch Frau und Herr Gstettenbauer auf den Weg! Fast zwei Stunden sind es von meinem Heimatort Schwarzach nach München. Und wo geht Familie Gstettenbauer essen, wenn sie in München sind? Die Antwort ist vorhersehbar wie klar: das Augustiner am Platzl. Ja, ist ein bisschen touristisch, aber nach zwei Edelstoff ist einem das auch egal. Die Augustiner sind fleißig gepilgert in den letzten Jahren und haben jetzt sogar eine Dependance in meiner Wahlheimat Köln aufgemacht! Im Kölsch-Imperium einfach mal ein kleines Gallien mit bayerischem Bier eröffnen. Die spinnen doch, die Bayern!
Freitag: Comedy-Power

Ja mei, heut isses so weit! Meine neue Sendung „Bayern des samma mia!“ startet im BR Fernsehen! Um 22.05 Uhr finden wir raus, wie die Bayern wirklich ticken! Ich schau’s mir dann in der ARD-Mediathek an, weil ich mir da die witzigsten Stellen nochmal anschauen kann. Die Eva Karl Faltermeier ist dabei, und das war für mich schon eine Ehre, dass wegen mir eine Oberpfälzerin kurz die Heimat verlässt. Und dass der Michael Altinger neben seiner heiligen Pflicht im Schlachthof auch noch einen kleinen Panel-Mini-Job bei mir antritt – ist für mich ebenfalls nicht selbstverständlich. Der BR dreht momentan sowieso auf. Fünf neue Comedy-Formate bringt er im Frühjahr raus! Der Michael Mittermeier hat sogar zwei davon! Und ich nur eins? Da muss ich nochmal nachverhandeln …
Samstag: Lokale Größe

Heute geht’s ins Wirtshaus! Der Schlachthof in München ist nicht nur Bühne, auf der ich erst vor Kurzem stand, sondern auch Wirtshaus. Egal ob Schnitzel, Schweinshaxe oder Wurstsalat – vor der Show schmeckt das noch besser. Einlass ist oft schon gegen 18.30 Uhr, damit man der großen Portionen Herr wird. Vor 15 Jahren hatte ich meinen ersten Solo-Auftritt dort vor zwölf Zuschauern. Aber das Ziel war natürlich immer der große Saal mit 350 Plätzen, den ich mittlerweile zweimal bespiele. Aber unter uns: Damals hätte mir das Schnitzel als Gage schon gereicht.
Sonntag: Bäume, See und Enten

Heute lass’ ich mich mal in Ruhe. Dazu muss ich raus. Kein Diablo 2 am Laptop, sondern Bäume. Seen. Ein paar Enten, die über die aktuelle Lage diskutieren. Der Englische Garten in München hat das alles. An den richtigen Stellen merkt man die Stadt gar nicht mehr. Dafür findet man sich selbst wieder. In solchen Momenten fällt mir auf, dass ich eh viel zu schnell unterwegs bin. Dass ich langsam mit 37 aufpassen muss. Viele Kollegen, die nicht viel älter sind, leiden schon an Burn-out.
Maxi Gstettenbauer wurde 1988 in Niederbayern geboren und ist Stand-up-Comedian, Host, Podcaster, Gamer und Autor. Erste Bekanntheit erlangte er in den 2010er-Jahren durch Auftritte in Comedy-Formaten im Fernsehen sowie durch seine Aktivitäten auf Youtube. Neben seinen Live-Tourneen mit Soloprogrammen (aktuell: „Stabil“) ist er auch als Autor tätig. In seinen Büchern greift er Themen auf, die auch seine Bühnenprogramme prägen: den digitalen Alltag, soziale Medien, Gaming, Technik, Popkultur sowie Beobachtungen zur Arbeits- und Medienwelt – meist gewürzt mit einer Prise Gesellschaftskritik. In seinem ersten Buch „Meine Depression ist Deine Depression“ thematisiert er zudem eigene psychische Belastungen, darunter depressive Phasen, und beschreibt den Umgang damit im privaten und beruflichen Kontext.

