Für viele ist es durchaus eine Überraschung, aus der aber ein Coup werden könnte: Am Mittwoch präsentierten Kunstminister Markus Blume und Opernintendant Serge Dorny den neuen Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper: Petr Popelka. Er folgt 2029 im direkten Anschluss auf Vladimir Jurowski, der das Amt derzeit innehat. Dorny fand große Worte des Lobes für den künftigen Orchesterchef: „Bei der Wahl des Generalmusikdirektors geht es um Vertrauen und eine gemeinsame Vision. Popelka bringt etwas mit, was selten geworden ist, musikalische Substanz und menschliche Größe.“
Kunstminister Blume verglich das Procedere zur Neubesetzung mit dem Transfermarkt im Fußball: „Wir suchen ja nicht irgendjemand, deswegen war klar, dass der künftige Generalmusikdirektor die großartige Tradition weiterführen kann. Und ganz groß Zukunft draufsteht.“ Blume dankte dem jetzigen Orchesterchef Jurowski und zeigte sich sehr begeistert von der Wahl des Nachfolgers, einem „Perfekt Match“.
Petr Popelka wurde 1986 in Prag geboren, studierte Kontrabass und war von 2010 bis 2019 stellvertretender Solo-Kontrabassist der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Unmittelbar danach begann seine Dirigentenkarriere, 2020 bis 2023 war er musikalischer Leiter des Norwegischen Rundfunkorchesters in Oslo, 2024 wurde er Chefdirigent der Wiener Symphoniker. Außerdem ist er Künstlerischer Leiter des Radio-Symphonieorchesters Prag (noch bis Ende dieser Saison). Mit der Neuproduktion von Janáčeks „Káťa Kabanová“ während der Münchner Opernfestspiele 2025 debütierte er an der Bayerischen Staatsoper – mit ein Grund, weshalb er nun von 2029 an deren Generalmusikdirektor wird, die Chemie zwischen ihm und dem Staatsorchester stimmte von der ersten Probe an.
Er hat erst sieben Jahre einer Dirigentenkarriere hinter sich und debütierte doch schon an zahlreichen Opernhäusern, ebenso bei vielen wichtigen Orchestern, weitere Debüts stehen bereits fest. Popelka steht für einen modernen Typus eines Dirigenten, er will mit dem Orchester zusammen Musik machen, nichts von oben herab bestimmen, seine Auffassung von Musik und diese selbst bestmöglich vermitteln.


