Neue Seminare der Bayerischen Akademie des SchreibensWie man Schreiben lernt

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Wie nur das richtige Wort finden? Hier grübelt die schwedische Schriftstellerin Selma Lagerlöf (1858–1940) an ihrem Schreibtisch.
Wie nur das richtige Wort finden? Hier grübelt die schwedische Schriftstellerin Selma Lagerlöf (1858–1940) an ihrem Schreibtisch. (Foto: Scherl/Süddeutsche Zeitung Photo)

Die Bayerische Akademie des Schreibens im Literaturhaus München hat neue Seminare ausgeschrieben, die im Herbst beginnen.

Von Antje Weber, München

„Das bisschen, was ich lese, schreibe ich mir selbst“, befand der Schriftsteller und Journalist Kurt Tucholsky einst. Ohne nun dem Publikum des Literaturhauses unterstellen zu wollen, dass es nicht mehr lesen möchte: Der Trend geht durchaus zum Selberschreiben. Seit Jahren verzeichnen die Werkstätten der Bayerischen Akademie des Schreibens im Literaturhaus München großen Zulauf – und werden dementsprechend immer zahlreicher. Jetzt hat die Akademie neue offene Werkstätten für Schreibinteressierte ausgeschrieben, die vom Herbst an bis ins nächste Jahr hinein im Literaturhaus, im Lenbachhaus, online oder gar in der Natur stattfinden.

„Geschichten formen“, heißt es in der ersten Abendwerkstatt mit Pierre Jarawan, die am 1. Oktober im Literaturhaus startet. Eine Wochenendwerkstatt am 4. und 5. Oktober führt Schreib- und Kunstinteressierte dann ins Lenbachhaus, wo es mit Tina Rausch und Susanne Theil in der Ausstellung „Museum der Unschuld“ von Orhan Pamuk um „Magische Objekte“ gehen soll. „Keine Angst vor Unterhaltung!“, lautet dagegen das Motto eines Seminars am 30. November / 1. Dezember sowie 16. März im Literaturhaus, wo Mario Giordano erklären wird, welche Freiheiten die Genreliteratur von Krimi bis Romance bietet. Am 22./23. Februar 2025 wiederum werden Lena Gorelik und Katrin Lange gemeinsam mit Interessierten über „Zeiten-Wechsel“ in der Literatur nachdenken: Wie spielt man mit Zeitebenen, wie erzählt man große Zeiträume?

Bereits bestens bekannt sind vielen Schreibenden und solchen, die es werden wollen, die Methoden von Doris Dörrie. Über eine Woche hinweg (3.–7. Februar) wird sie in der Abend-Werkstatt „Evening Pages“ erklären, wie man ins Schreiben hineinkommt. Ein Wochenende lang (15./16. März) geht es hingegen mit Stefan Moster in „Alles eine Frage der Perspektive“ darum, wie man just die richtige Perspektive für seinen Stoff findet. „Mit allen Sinnen schreiben“ ist wiederum das Anliegen von Amelie und Peter Probst, das sie am 4./5./6. April vermitteln.

Sehr interessant wirkt ein Wochenende (17. und 18. Mai) zu „Literatur in einfacher Sprache“ mit Hauke Hückstädt: Das Seminar will beweisen, dass gute Literatur nicht zwangsläufig kompliziert sein muss. Dem Trend zum „Nature Writing“ trägt ein anderes Seminar Rechnung: Der Ansatz lässt sich am 31. Mai und 1. Juni mit Meike Rötzer erproben – drinnen im Literaturhaus und draußen in der Natur. Die Preise der jeweiligen Kurse und Buchungsmodalitäten sind über www.literaturhaus-muenchen.de zu erfahren. Wie sagte einst der Schriftsteller W. Somerset Maugham? „Es gibt drei Regeln für das Schreiben eines Romans. Unglücklicherweise kennt sie niemand.“ Was nur bedeuten kann, dass er nie einen Schreibkurs besucht hat.

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