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Stadtratsbeschluss:Zwei Baustellen am Englischen Garten

Autotunnel für Englischen Garten

Heute teilt der Mittlere Ring den Englischen Garten (links), von 2027 an sollen die Autos durch einen Tunnel fahren.

(Foto: Grub-Lejeune/dpa)
  • Gleichzeitig mit den Bauarbeiten des neuen Ring-Tunnels soll auch die John-F.-Kennedy-Brücke erneuert werden. Dem hat der Bauausschuss des Stadtrats am Dienstag zugestimmt.
  • Die Brücke wurde in den Sechzigerjahren erbaut und zuletzt Ende der Neunzigerjahre saniert. Sie soll einen Einfädelstreifen für Autos bekommen.
  • Die auf viereinhalb Jahre angesetzten Bauarbeiten für den Tunnel könnten 2023 starten.

Seit Jahrzehnten ist der Englische Garten zerschnitten. Zwischen Süd- und Nordteil schieben sich täglich etwa 125 000 Autos auf dem Isarring. Doch von Mitte 2027 an könnte der Park wieder vereint sein. So lange wird es noch mindestens dauern, bis der vor zwei Jahren beschlossene Ring-Tunnel fertig gestellt sein wird. Doch die Baustelle wird nicht die einzige am Isarring bleiben. Die Stadt will gleichzeitig die über die Isar führende John-F.-Kennedy-Brücke ertüchtigen, die in den Sechzigerjahren erbaut und zuletzt Ende der Neunzigerjahre saniert wurde. Dem hat der Bauausschuss des Stadtrats am Dienstag zugestimmt.

Die Brücke soll einen Einfädelstreifen für Autos bekommen. Der wird einem Gutachten zufolge notwendig, da der Isarring im Bereich des Tunnels sechsspurig ausgebaut werden soll. Das erhöht die Leistungsfähigkeit des Rings, es ist also mit mehr Autos zu rechnen. Und das führt dazu, dass eine zusätzliche Spur benötigt wird, weil es gefährlicher wird beim Auffahren von der Ifflandstraße auf die Brücke. Die Brücke selbst sieht das Baureferat derzeit nicht in kritischem Zustand, will aber auf Nummer sicher gehen und empfiehlt die Arbeiten zusammen mit dem Isarring-Tunnel anzugehen.

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Was den Tunnel angeht, so sei man derzeit im Zeitplan, teilt die Baubehörde mit. Die Vorplanungen seien schon seit einiger Zeit abgeschlossen, aktuell läuft die Genehmigungsplanung. Nächstes Jahr soll dann der Antrag auf Planfeststellung, also auf Baugenehmigung gestellt werden. Dieses Verfahren wird etwa anderthalb Jahre dauern. Nach weiteren Planungen und Vergaben könnten dann 2023 die auf viereinhalb Jahre angesetzten Bauarbeiten für den Tunnel starten. Auf 390 Metern Länge wird dann der Mittlere Ring unter einem Deckel verschwinden. Dazu kommen noch zwei tiefer liegende aber oben offene Trogbauwerke, mit einer Länge von 129 Metern im Westen und 81 Metern im Osten. Weiter sind unter anderem ein Betriebsgebäude am Ostportal der Unterführung und ein Pumpwerk vorgesehen, das an der Südseite geplant ist.

Die neue Unterführung soll direkt an den Biedersteiner Tunnel angeschlossen werden, weshalb die Fahrbahn im Vergleich zur heutigen Trasse um zwölf Meter nach Norden verlegt werden muss. Im Osten endet der Ausbauabschnitt an der Brücke über den Eisbach. Der Verkehr wird laut Plan in zwei voneinander getrennten Röhren jeweils dreispurig verlaufen. Der dritte Fahrstreifen wird dann an den Tunnelenden zum Ein-, respektive Ausfädelstreifen.

An den sonstigen Verkehrsbeziehungen ändert sich nicht viel. Besucher des Seehauses können von Westen kommend allerdings die Gaststätte künftig nicht mehr direkt mit dem Auto anfahren. Sie werden deshalb über die südliche Rampe auf die Ifflandstraße geführt und können dann über eine Wendemöglichkeit auf die nördliche Rampe der Ifflandstraße mit Anbindung an die Gyßlingstraße gelangen. Wer von Osten kommt, kann die Abfahrt zur Ifflandstraße nehmen und ebenso zur Gyßlingstraße umdrehen.

Radler und Passanten haben es da einfacher. Sie kommen einfach durch den Park direkt zum Seehaus. Künftig eben auch von Norden, ohne eine Brücke überqueren zu müssen.

© SZ vom 06.11.2019/syn
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