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Bundestagswahl 2021:Bause kämpft weiter um den Einzug in den Bundestag

Margarete Bause

Margarete Bause sitzt für die Grünen im Bundestag - und das will sie auch weiterhin.

(Foto: Jörg Carstensen/dpa)

Die Abgeordnete der Grünen hat das Duell um die Direktkandidatur im Münchner Osten knapp verloren. Nun will sie über die bayerische Landesliste erneut ein Mandat holen.

Von Anna Hoben

Margarete Bause gibt nicht auf. Die Bundestagsabgeordnete der Grünen will trotz ihrer Niederlage bei der Bewerbung um die Direktkandidatur im Münchner Osten im Herbst erneut in den Bundestag einziehen - über die bayerische Landesliste. Sie sei in den vergangenen Wochen von vielen aus der grünen Basis, aber auch aus der Menschenrechts-Gemeinschaft, angesprochen worden, sagte Bause am Mittwoch. Diese hätten sie ermutigt, ernsthaft über eine Listenkandidatur nachzudenken. "In den letzten Tagen habe ich mich dann dafür entschieden."

Mitte März war die 62-Jährige bei der Aufstellungsversammlung im Münchner Osten der 29 Jahre alten Vaniessa Rashid unterlegen; eine einzige Stimme hatte damals den Ausschlag gegeben. Eine Brief- und Urnenwahl hat mittlerweile das Ergebnis bestätigt, 64,5 Prozent der Stimmen entfielen auf Rashid. Natürlich sei das Ergebnis "eine ziemliche Enttäuschung" gewesen, sagt Bause. Sie habe Zeit gebraucht, es zu verdauen und zu überlegen, was sie nun tun wolle. Dabei sei sie zu dem Schluss gekommen, dass die Grünen sich gar nicht entscheiden müssten zwischen frischem Schwung und erfahrenen Leuten. "Wir haben die Chance, die Fraktion zu verdoppeln, können also beides haben." Und mit der Chance, im Herbst in Regierungsverantwortung zu kommen, brauche die Partei auch beides. "Ich glaube, dass das eine gute Kombination ist."

Margarete Bause ging in den Achtzigerjahren in die Politik und wurde zu einer der prägenden Figuren der bayerischen Grünen. Frauenrechte waren ihr großes Thema. 1986 zog die Sozialwissenschaftlerin in den Landtag ein; von ihrem Wiedereinzug 2003 bis 2017 war sie Fraktionsvorsitzende. Vor vier Jahren zog sie in den Bundestag ein, sie hatte es im dritten Anlauf auf den letzten aussichtsreichen Platz der Landesliste geschafft.

In Berlin ist sie Sprecherin für Menschenrechte und humanitäre Hilfe ihrer Fraktion. "Als gestandene Menschenrechtspolitikerin möchte ich mit Eurer Unterstützung noch mal richtig anpacken", schreibt Bause nun in ihrer Bewerbung für die Landesliste. Sie habe in ihrem Bereich durch hartnäckiges Dranbleiben viel erreichen können, sagt sie, das motiviere sie. Als einen ihrer größten Erfolge sehe sie, dass Deutschland Uiguren nicht mehr nach China abschiebe.

Sie will es also noch einmal versuchen. "Nicht, weil ich denke, es ginge nicht ohne mich", heißt es in ihrer Bewerbung, "nicht, weil ich das knappe Ergebnis im Wahlkreis nicht verwinden könnte." Es gehe um "das einmalige Momentum, das wir gerade erleben". Die Grünen stellen am 17. und 18. April ihre Landesliste auf. Über die Listenreihung ihrer vier Kandidatinnen und Kandidaten entscheiden die Münchner Grünen an diesem Freitag bei einem Parteitag. Bisher sind alle Abgeordneten über die Liste in den Bundestag eingezogen. Ein Direktmandat erlangte kein Kandidat. Das könnte sich heuer ändern.

© SZ vom 08.04.2021/fema
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