Ausbau des Trambahnnetzes:Der ÖPNV "darf nicht zum Baumkiller werden"

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Für die geplante Trambahn-Strecke durch den Englischen Garten sollen Dutzende alte Bäume gefällt werden. Der Bund Naturschutz protestiert dagegen.

Von Thomas Anlauf

In Laim sind Hunderte große Bäume gefällt worden, um die U-Bahnlinie 5 nach Pasing zu verlängern. Im Hasenbergl könnten Grünanlagen, Spielplätze und viele Bäume geopfert werden, damit es in vielen Jahren einen Autobahnzubringer auch für die Mitarbeiter und Zulieferer von BMW geben wird. Noch im Juni will der Münchner Stadtrat über die geplante Trambahn-Strecke diskutieren, die auch durch den Englischen Garten führen soll. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) plant auch dort die Fällung Dutzender alter Bäume. Dagegen protestiert nun der Bund Naturschutz: Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) "darf nicht zum Baumkiller werden".

Grundsätzlich begrüße der Bund Naturschutz den Ausbau des ÖPNV und insbesondere des Trambahnnetzes. Die Naturschützer sehen "in der Verlängerung der Tram durch den Englischen Garten bis nach Johanneskirchen einen deutlichen Zugewinn" für die Münchner Fahrgäste. "Es ist aber ein Unding und angesichts des Klimawandels nicht zeitgemäß, dass der Baumschutz eigentlich bei allen Planungen hinten ansteht", sagt der stellvertretende Geschäftsführer des Bund Naturschutzes in München, Martin Hänsel. Bäume dürften nicht für die Verkehrswende "unter die Räder kommen", so Hänsel.

Er ist sich sicher, dass gerade beim Bau der Trambahnlinie durch den Englischen Garten und der Martius- und Thiemestraße möglich sei, dass Baumfällungen vermieden werden könnten - notfalls mit einem eingleisigen Bau der Gleise auf den Engstellen durch Schwabing. Der Bund Naturschutz fordert deshalb, bei derartigen Projekten frühzeitig in die Planungen einbezogen zu werden.

München hat im Jahr 2019 den Klimanotstand ausgerufen und ein eigenes Klima- und Umweltschutzreferat ins Leben gerufen. Natur- und Umweltschutzmaßnahmen müssten demnach höchste Priorität bei Planungen haben.

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