Band der Woche:Freundschaft mit der Doppelagentin

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Band der Woche: Die "Stuber Crew" arbeitet bei ihren Musikvideos oft mit Münchner Künstlern zusammen.

Die "Stuber Crew" arbeitet bei ihren Musikvideos oft mit Münchner Künstlern zusammen.

(Foto: Edvin Mulalic)

Zwischen Rap, Pop und Neuer Deutscher Welle: Die "Stuber Crew" setzt bei ihrer Musik auf ein großes Netzwerk.

Von Luca Lang

Ein Kick, eine Explosion, Rauch und der Roboter ist verschwunden, besiegt von der Doppelagentin. Sie trägt Anzug und eine dunkle Sonnenbrille, "und keiner peilt, auf welcher Seite sie steht", singt Jakob Lucard. Er ist Teil der Stuber Crew. Während des Videodrehs für ihre Single "Doppelagentin" hatten sie silbernes Make-up übrig, erzählt Jakob. Kurzerhand war der metallisch glänzende Antagonist, den die Band "Metallo" getauft hat, geboren.

Die fünf Musiker - Jakob und sein Bruder Jonas, die Zwillinge Matthias und Valentin Gerner und Nick Buchner, alle Ende 20 - kennen sich schon seit ihrer Kindheit. Sie sind in einer Art "Patchworkfamilie" zusammen aufgewachsen. Genauer wollen das die jungen Männer, die normalerweise ein Geheimnis um ihre bürgerlichen Namen machen, nicht erklären. Und sie haben ein großes Netzwerk. "Wir haben viele Freunde, die filmen oder im Designbereich unterwegs sind", sagt Nick, "und die haben angeboten, Musikvideos zu machen." Gerade in einer Stadt wie München sei das wichtig, um Projekte auch ohne finanziellen Aufwand realisieren zu können.

So war es dann auch beim Videodreh zu "Doppelagentin". Kameramann, Darsteller, Color Grader - alles Freunde der fünf Musiker. Die Räume eines Architekturbüros wurden zur Kulisse für die No-Budget-Produktion, die mit ihren harten Schnitten und den Szenen vor dem Green-Screen an eine modernere Version der frühen Musikvideos von Falco oder Men At Work erinnert. In diese Zeit passt nicht nur die Ästhetik des Videos, sondern auch der Sound der Stuber Crew, der sich irgendwo zwischen Rap, Pop und Neuer Deutschen Welle einordnen lässt.

Angefangen hat die Stuber Crew mit Hip-Hop und Freestyle-Sessions, aber sie wollten immer Unerwartetes mit in ihre Musik bringen, neue Dinge, "die vielleicht im Deutschrap nicht so stattfinden", sagt Valentin. Hinzu kamen Elemente aus dem Schlager und der deutschsprachigen Musik der frühen Achtzigerjahre. "Man merkt, dass unsere Wurzeln im gesprochenen Wort, im Rap liegen, aber wir gehen recht frei damit um. Deshalb passt es auch am ehesten in Richtung Neue Deutsche Welle, weil das auch so eine Art Aufbruch war", sagt Matthias. Er ist sozusagen der musikalische Kopf hinter der Band und baut die Arrangements für die Songs, sobald einer der Crew eine gute Idee für einen Song hat.

So eine Idee kann bei der Stuber Crew auch schon mal aus etwas Alltäglichem entstehen. Zum Beispiel, wenn Valentin an einer roten Fußgänger-Ampel steht. Daraus entwickelte sich der Song "Wird die Ampel wieder grün". Das aufwendige Musikvideo dazu drehte die Band mithilfe von Studierenden der HFF. "Und das ist das Schöne", sagt Nick, "dass da gemeinschaftliche Projekte entstehen. Also nicht nur von uns als Band, sondern auch zusammen mit unserem Freundeskreis und jungen kreativen Menschen in München."

Stuber Crew

  • Stil: Neue Deutsche Welle
  • Besetzung: Nick Buchner, Jakob Lucard, Jonas Lucard, Matthias Gerner, Valentin Gerner
  • Aus: München
  • Seit: 2019
  • Instagram: https://www.instagram.com/stubercrew/
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