Band der Woche:Gesamtkonzept: Überstimulation

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Band der Woche: Die Band "Plume" fällt durch ästhetisch durchdachte Bilder auf. "Das ist ja mehr als nur Musik machen", sagt Pascal Pashaee, Sänger der Band.

Die Band "Plume" fällt durch ästhetisch durchdachte Bilder auf. "Das ist ja mehr als nur Musik machen", sagt Pascal Pashaee, Sänger der Band.

(Foto: Kai Sieber)

Die fünf Bandmitglieder von Plume stecken seit 2020 ihre Freizeit und ihr Geld in die Musik. Von Weltuntergang über Depressionen bis hin zu Haarschnitten ist in ihren Songs thematisch alles dabei.

Von Sabrina Ahm

Bilder, Geräusche und Gerüche. Ständig wird der Mensch beschallt, konsumiert Unmengen an Informationen. Die Umwelt bietet eine unendliche Quelle an Überstimulation. Die Band Plume versucht, diese Überstimulation zu versinnbildlichen. "Prinzipiell kommt dieser komische Mix einfach daher, dass halt auch dieser Mix in den Köpfen entsteht, während man Einflüsse von überallher bekommt", sagt Richard Kilian, Schlagzeuger der Band.

Plume sind Performer, das ist ihnen anzusehen. Auffälliges Make-up, ein stilsicherer Internetauftritt und ästhetisch durchdachte Bilder. "Das ist ja mehr als nur Musik machen", sagt Pascal Pashaee, Sänger der Band. Im Moment können die fünf Mitglieder ihr Gesamtkonzept nicht auf der Bühne zeigen, dennoch beweisen sie, dass sie eigentlich dorthin gehören. Noch bevor die Band ihre Songs überhaupt aufgenommen hatte, spielte sie auf verschiedenen Münchner Bühnen. Das Recording haben sie einfach nachgeholt, so erschien ihre erste Single "Tiredness Breaks Over Me" erst 2020.

Die Themen der Songs reichen von persönlichen Erfahrungen bis hin zu gesellschaftskritischen Motiven. "Dragonfly" lässt eine gewisse Endzeitstimmung aufkommen, textlich passt das Thema Umweltverschmutzung perfekt dazu. "Tiredness Breaks Over Me" ist einer eher depressiven Phase des Sängers gewidmet. "Ich habe den Song dafür geschrieben, dass andere Leute quasi auch mitfühlen können, die jetzt gerade keine depressive Phase durchmachen", sagt Pascal. Der Song "I Love That Pulp Haircut" hingegen sticht thematisch heraus. Inspiriert wurde er vom Kult-Film der Neunzigerjahre "Pulp Fiction". Und auch klanglich hebt der Track sich durch seinen eingängigen Funk-Rhythmus ab. Die restlichen Songs der EP "Seaviis", die 2021 erschien, setzen mehr auf einen dunklen Post-Rock-Stil. Dieser ist geprägt von schweren Synth-Spuren und Metal-Drums.

Die fünf Musiker kennen sich bereits seit ihrer Schulzeit und haben teilweise auch vor den Anfängen der Band gemeinsam gespielt. Alle fünf machen seit ihrer Kindheit Musik. Obwohl jeder einzelne seinen Geschmack einfließen lässt, sind die Schnittpunkte leicht zu erkennen. Großen Einfluss nehmen Bands wie Linkin Park, Bring Me the Horizon und The Cure. Derzeit stecken alle Mitglieder ihre Freizeit und ihr Geld in das Projekt. "Musik ist für uns alle so das Leben, deswegen wird es nie als Verschwendung gesehen werden", sagt Pascal.

Plume

  • Stil: Electronic Post-Rock
  • Besetzung: Pascal Pashaee (Gesang), David Riederer (Gitarre), Luka Lorch (Keyboard), Richard Kilian (Schlagzeug), Dennis Nienaber (Bass)
  • Seit: 2020
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