Band der Stunde: Blume 3000Musik über das Gefühl von Unbehagen

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Blume 3000 kann man sehr wohl als „Shoegaze-Band“ bezeichnen. Aber sie sind nicht nur das.
Blume 3000 kann man sehr wohl als „Shoegaze-Band“ bezeichnen. Aber sie sind nicht nur das. (Foto: Cosima Weiske)

Zuerst die Freundschaft, dann der Bandproberaum - und erst später die Band. Blume 3000 existiert noch nicht lange, aber schon jetzt hat die Band ihre kleine Fanbase, die ihnen zu jedem Konzert folgt.

Von Amelie Völker

Beim Spielen eines Songs auf die Schuhe zu starren, ist bei den allermeisten Gitarristen kein Zeichen von Unsicherheit. Im Gegenteil: Konzentriert wird auf die Gitarren-Effektgeräte geschaut, um Verzerrungen, Delays und Hall zu erzeugen. Für ein Genre war diese Blickrichtung sogar so stilprägend, dass es von der britischen Musikpresse danach benannt wurde: Shoegaze. Mitte der Achtzigerjahre prägten britische Indierock-Bands dieses Genre, inzwischen wird weltweit auf Schuhe gestarrt. Auch in München.

„Not a shoegaze band“, steht unübersehbar auf der Instagramseite der Münchner Band Blume 3000. Eine ironische Nachricht an die aktuelle Musikwelt, in der die Genre-Bezeichnung „Shoegaze“ inzwischen eher inflationär benutzt wird. „Gefühlt wird alles, wo Effekt-Pedale und laute Gitarren im Spiel sind, als Shoegaze bezeichnet“, sagt Bruno Wolf, Gitarrist der Band.

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„Nachts heim“ heißt die erste veröffentliche Single des Duos, die Anfang dieses Jahres erschienen ist. Miriam Fendt und Bruno Wolf kreieren hier mit deutschen Lyrics und Instrumentalisierung eine ganz einzigartige Stimmung, die sowohl düster und melancholisch als auch stark und rebellisch klingt. Miriam Fendts verträumter und verschleierter Gesang liegt über präsenten Gitarrenklängen, die auch an den Alternative-Rock und Indie-Kosmos der Achtziger- und Neunzigerjahre erinnern.

Ein Subtext, den man aus dem Text des Songs lesen kann, ist: der nicht immer ganz einfache Nachhauseweg von Frauen alleine in der Nacht. „Ich habe versucht, das Gefühl von Unbehagen, das man in verschiedenen Situationen hat, zu beschreiben“, sagt Miriam Fendt, die für die Lyrics zuständig ist. „Das ist etwas, das sich generell durch fast alle meine Texte zieht: Es geht viel darum, nicht ganz rein zu passen und um dysfunktionale zwischenmenschliche Situationen.“

Eine menschliche Situation, die gut zu funktionieren scheint, ist die Freundschaft der beiden Bandmitglieder: Miriam Fendt und Bruno Wolf kennen sich schon seit circa zehn Jahren. 2015 schrieben sie gemeinsam bei der Campus Zeitung der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Schnell drehten sich ihre Gespräche um die gemeinsamen Leidenschaften wie Musik und Popkultur.

„Musik war schon immer ein sehr großer Teil unserer Freundschaft“, sagt Miriam Fendt. Als selbsternannter Gitarren-Nerd half Bruno Wolf seiner zukünftigen Bandkollegin dann dabei, ihren ersten eigenen Bass zu kaufen. „Ich hatte damals die Idee, ein Bandinstrument zu lernen und ich fand den Bass schon immer sehr cool“, sagt Miriam Fendt. Bruno Wolfs Begeisterung für Gitarren rührt von den Bands, die er schon immer gerne hört: „Es gibt eine ganze Welle an Musik, die sehr gitarrenbasiert ist, das ist meine absolute Lieblingsmusik“, sagt er.

Ende 2023 wird ein Platz in einem Proberaum von Freunden frei und so kommen die beiden auf die Idee, eine Band zu gründen. Eine ungewöhnliche Reihenfolge, die hier zum Bandglück führte: Zuerst der Bandproberaum, dann die Band.

Nach einigen Auftritten auf Münchner Bühnen, unter anderem als Vorband von zwei amerikanischen Shoegaze-Bands im Blitz, hat Blume 3000 bereits ihre eigene kleine Fanbase, die ihnen zu jedem Konzert folgt. „Das berührt mich irgendwie total“, sagt Miriam Fendt. Einer von ihnen hat sogar schon Fanart von Blume 3000 gezeichnet. Das Bild hängt jetzt im Proberaum.

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