Was läuft im BallettDie Top-Events der Spitzencompagnien

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Der König und sein Schloss: Erster Solist Jakob Feyferlik in  John Neumeiers „Illusionen – wie Schwanensee“ am Bayerischen Staatsballett.
Der König und sein Schloss: Erster Solist Jakob Feyferlik in  John Neumeiers „Illusionen – wie Schwanensee“ am Bayerischen Staatsballett. Katja Lotter

Wer das Bayerische Staatsballett erleben möchte, muss schnell sein. In Nürnberg zeigt Richard Siegal seine Hommage an die „Ballets Russes“, und das Royal Ballet würdigt Virginia Woolf im Kino.

Von Jutta Czeguhn

Bekanntlich trägt das Bayerische Staatsballett nicht unerheblich dazu bei, dass die Staatsoper eine glänzende Auslastungsbilanz vorweisen kann. In diesen Wochen wird einem das mal wieder vor Augen geführt, denn bis zum 20. Februar müssen Ballettfans warten, um für eine Vorstellung dieser Spitzencompagnie Karten zu bekommen.

Bis dahin ist alles ausverkauft: am 21. Januar John Neumeiers Choreografie Illusionen – Wie Schwanensee mit dem überragenden Ersten Solisten Jakob Feyferlik als König. Online und an der Tageskasse geht auch nichts mehr für den neuen Triple-Abend Waves and Circles mit Stücken von William Forsythe, Emma Portner, Maurice Béjart am 23. Januar, 1., 4. und 15. Februar. Womöglich lohnt es sich aber, hartnäckig zu bleiben, immer mal nachzufragen und die Website im Auge zu behalten. Oder aber, auf gut Glück, am Vorstellungsabend mit Suchkärtchen vor dem Nationaltheater zu stehen.

Tanz
:Der perfekte Flow

Mit dem dreiteiligen Abend „Waves and Circles“ macht das Bayerische Staatsballett allen Tanzfans ein wunderbares Weihnachtsgeschenk. Als Höhepunkt glänzt Osiel Gouneo im „Boléro“.

SZ PlusVon Dorion Weickmann

Ansonsten gilt: Wer jetzt nicht schon für La Sylphide am 20. und 21. und für John Crankos Onegin am 28. Februar bucht, steht garantiert wieder ohne Karten fürs Staatsballett da.

Und auch auf die andere großartige Münchner Compagnie, das Staatsballett am Gärtnerplatz, muss das Publikum lange warten. Die Tänzerinnen und Tänzer dort zeigen sich erstmals im neuen Jahr am 5., 12. und 19. März mit ihren beliebten Dancesoaps Minutemade, natürlich sind alle drei Termine längst ausverkauft.  Ab dem 24. Januar kommen die Karten für die nächste Tanzproduktion am Gärtnerplatz in den Verkauf: Rock in Heaven hat allerdings erst am 24. April Premiere. Drei Choreografen, Jacopo Godani, Frédérick Gravel und Karl Alfred Schreiner, werden die Compagnie zu brachialen Rhythmen, grungy Riffs und Instrumentalsolos tanzen lassen.

Richard Siegals „Noise Signal Silence" am Staatstheater Nürnberg, hier eine Szene aus „Lilac" mit Ian Sanford (links) und Roberta Inghilterra.
Richard Siegals „Noise Signal Silence" am Staatstheater Nürnberg, hier eine Szene aus „Lilac" mit Ian Sanford (links) und Roberta Inghilterra. Pedro Malinowski

Derweil lohnt der Blick auf die anderen bayerischen Staatstheater – und auch ein Kulturausflug dorthin. Am Nürnberger Opernhaus zeigt der neue Ballettdirektor Richard Siegal am 23. und 31. Januar eigene Choreografien unter dem Titel Noice Signal Silence und lädt am 28. Januar zur öffentlichen Probe für seine Neuproduktion New Ballets Russes, die am 21. Februar Premiere hat.

Im Paris der ausgehenden Belle Epoque feierte Sergej Diaghilews Compagnie „Les Ballets Russes“ wilde Erfolge und Skandale. Die Tänzerinnen und Tänzer des russischen Impresarios setzen den Tanz im frühen 20. Jahrhundert auf einen völlig neuen Kurs. Richard Siegals Auseinandersetzung mit diesem einzigartigen Erbe weckt also große Erwartungen.

Ebenfalls ein Choreograf aus den USA wirkt am Staatstheater Augsburg: Peter Chu ist dort bereits zum dritten Mal zu Gast. Am 31. Januar feiert er die Uraufführung seiner spartenübergreifenden Produktion Mozart-Requiem. Das Ballett Augsburg, der Opernchor, Gesangssolistinnen und -solisten sowie die Augsburger Philharmoniker bringen zusammen Mozarts Totenmesse als Gesamtkunstwerk auf die Bühne des Martini-Parks.

Das „Mozart-Requiem“ ist bis März in voraussichtlich acht Vorstellungen zu erleben. Termine und Tagesbesetzungen unter staatstheater-augsburg.de/mozart_requiem.

Wellen – bei Virginia Woolf denkt man da an ihren Roman „The Waves“, aber auch an den Fluss Ouse, in dem sie sich ertränkte. Szene aus „Woolf Works“, getanzt vom Royal Ballet, bald live im Kino.
Wellen – bei Virginia Woolf denkt man da an ihren Roman „The Waves“, aber auch an den Fluss Ouse, in dem sie sich ertränkte. Szene aus „Woolf Works“, getanzt vom Royal Ballet, bald live im Kino. Tristram Kenton / ROH, 2015

Und noch ein anderes Staatsballett, eines von Weltrang. „Camera Filming“ heißt es im Spielplan des Royal Opera House am 9. Februar. Denn dann wird Wayne McGregors Ballett Woolf Works live aus Covent Garden auch in die deutschsprachigen Kinos übertragen. Vor Jahren kam man mal selbst vor einer solchen Kamera im Royal Opera zu sitzen. Die Kassenkraft hatte einem die verbilligten Tickets mit dem Hinweis zugeschoben, man werde, so sorry, hin und wieder den Kopf einziehen müssen.

Doch die unbequemen Umstände waren dann schnell vergessen: McGregors magisches Triptychon zu Werken von Virginia Woolf, ihrem Leben, Max Richters Klanglandschaften und der Tanz der großen Natalia Osipova. Die Erste Solistin des Royal Ballet wird auch bei dieser Übertragung zu erleben sein. Zu genießen ist das alles in bequemen Sesseln auch in Münchner Lichtspielhäusern. Infos und Karten unter www.rbokino.com.

Emma Portners Uraufführung am Staatsballett
:„Ich fühle mich wie das Poster-Girl of Change“

Immer noch eine Ausnahme in der männlich geprägten Tanzwelt: Am Bayerischen Staatsballett bringt Emma Portner ein eigenes Stück zur Uraufführung. Die junge, queere Choreografin hadert damit, dass ihre Arbeit immer wieder auf das Geschlechter-Thema reduziert wird.

Von Rita Argauer

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