Die Stadt will mit einem Pilotversuch die Goethestraße im südlichen Bahnhofsviertel attraktiver und sicherer machen. Unter anderem sollen mehr Schanigärten, Straßenfeste, mehr Grün und wahlweise ein Tempolimit oder die Ausweisung als Fahrradstraße die Aufenthaltsqualität verbessern. Zudem sollen Polizei und der Kommunale Außendienst (KAD), der Sicherheitsdienst der Stadt, mit starker Präsenz ein größeres Sicherheitsgefühl vermitteln.
Die Verantwortung für den Pilotversuch liegt laut einer Mitteilung der Stadt bei der sogenannten Taskforce Bahnhofsviertel, in der sich städtische Referate, die Polizei und neuerdings auch die Deutsche Bahn abstimmen. Das erste große Projekt, den Alten Botanischen Garten neu und sicherer zu gestalten, ist sehr weit fortgeschritten. Dort soll nur mehr das Alkoholverbot punktuell ausgeweitet werden.
Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) habe nun angeordnet, dass sich die Taskforce intensiv um das südliche Bahnhofsviertel kümmere, heißt es in der Mitteilung. Dazu gibt es neben den oben genannten Ideen weitere Vorschläge, die am kommenden Dienstag im Kreisverwaltungsausschuss zur Abstimmung stehen.
So sollen neue Radabstellplätze für mehr Ordnung sorgen. Die Beleuchtung im öffentlichen Raum soll verbessert, und Fassaden sollen durch Kunstprojekte schöner werden. Mehr Kontrollen im Gewerbebereich sollen dafür sorgen, dass Vorgaben eingehalten werden.
Der geplante Beschluss Anfang Februar ist aber nur als erster Schritt gedacht, um das südliche Bahnhofsviertel aufzuwerten, das noch viele Jahre zusätzlich durch die Baustellensituation am Hauptbahnhof beeinträchtigt wird. Im Sommer soll der im März neu gewählte Stadtrat ein weiteres Paket beschließen.
Im Fokus steht dabei laut Mitteilung die Frage, ob die Stadt etwas gegen die hohe Zahl an Spielhallen, Sportwettbüros und Tabledance-Bars unternehmen kann. OB Reiter sondiert politisch, was dazu Bund und Land mit anderen rechtlichen Vorgaben beitragen können und wollen. Die Taskforce will Eigentümer von Häusern dafür gewinnen, bei der Vermietung für eine verträgliche Mischung des Angebots zu sorgen.
Inhabern von Parkhäusern, Tiefgaragen und Hinterhöfen im Bahnhofsviertel legt die Taskforce nahe, sich an der gewünschten Aufwertung zu beteiligen. Optionen wären Renovierungen, häufigere Reinigungen, eine bessere Beleuchtung und Videoüberwachung. Die Deutsche Bahn und die Münchner Verkehrsgesellschaft sollen zudem Schrotträder regelmäßig entfernen.

