Landgericht München IDrogendeal eskaliert, weil das Marihuana zu schlecht gewesen sein soll

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Die Ecke Schillerstraße/Schwanthalerstraße gilt als Kriminalitätsschwerpunkt. Im Bahnhofsviertel wurde inzwischen an mehreren Stellen eine Videoüberwachung installiert (Archivfoto).
Die Ecke Schillerstraße/Schwanthalerstraße gilt als Kriminalitätsschwerpunkt. Im Bahnhofsviertel wurde inzwischen an mehreren Stellen eine Videoüberwachung installiert (Archivfoto). Robert Haas
  • Zwei Zwillingsbrüder müssen sich wegen versuchten Totschlags verantworten, nachdem ein Drogengeschäft Ende Juni vergangenen Jahres mutmaßlich eskaliert war.
  • Der Kunde soll sein Geld zurückverlangt haben, weil das gekaufte Marihuana von schlechter Qualität gewesen sein, woraufhin die Dealer ihn laut Staatsanwaltschaft mit einer Glasflasche attackierten.
  • Das Opfer erlitt eine zehn Zentimeter lange Stirnwunde und weitere Verletzungen am Unterarm durch die Glasflasche.
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Im Bahnhofsviertel artet ein Streit zwischen einem Kunden und zwei mutmaßlichen Drogendealern aus. Nun müssen sich die beiden Brüder unter anderem wegen versuchten Totschlags vor Gericht verantworten.

Von Andreas Salch

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Mit Beginn der Arbeiten für den Umbau des Hauptbahnhofs stieg die Zahl der Straftaten in der näheren Umgebung stetig an. Anwohner und Geschäftsleute berichten inzwischen von Drogenhandel auf offener Straße, von Taschendiebstählen und Raubüberfällen. Einer der Kriminalitätsschwerpunkte ist die Ecke Schillerstraße/Schwanthalerstraße. Ende Juni vergangenen Jahres kam es dort zwischen zwei mutmaßlichen Drogendealern und einem ihrer Kunden zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung.

Einer der Dealer soll das Opfer mit einer abgebrochenen Glasflasche attackiert und erheblich verletzt haben. Seit diesem Montag müssen sich die zwei Männer vor der 19. Strafkammer am Landgericht München I verantworten. Die Staatsanwaltschaft legt ihnen versuchten Totschlag sowie schwere und gefährliche Körperverletzung zur Last.

Bei den Angeklagten handelt es sich um die Zwillinge Abdulrahman und Abdulrahim H. Kurz vor ein Uhr am Morgen des 26. Juni vergangenen Jahres trafen sie an der Ecke Schillerstraße/Schwanthalerstraße auf Kevin R. (Name geändert). Laut Anklage kaufte der 31-Jährige bei Abdulrahman H. und seinem Bruder Marihuana zum Preis von 20 Euro. Da die Droge aber von schlechter Qualität gewesen sein soll, habe R. sein Geld zurückverlangt. Abdulrahman H. allerdings soll sich geweigert haben, weshalb es zu einer verbalen Auseinandersetzung kam. Abdulrahman H. und sein Bruder gingen schließlich weiter. Kevin R. aber folgte ihnen und die Situation eskalierte.

Nachdem Kevin R. Abdulrahman H. zu Boden gestoßen hatte, soll dieser unvermittelt eine Glasflasche zerschlagen und damit auf ihn eingestochen haben. R. wurde von einem der Stiche an der Stirn getroffen und erlitt eine knapp zehn Zentimeter lange und circa ein Zentimeter tiefe klaffende Wunde. Anschließend sollen beide Angeklagte gemeinsam auf Kevin R. eingeschlagen haben. Als R. bereits am Boden lag, soll Abdulrahim H. ihm unter anderem gegen den Kopf und in den Bauch getreten haben, während sein Bruder sich auf den 31-Jährigen setzte und ihm einen Stich mit der abgebrochenen Flasche in Richtung des Kopfes versetzte.

Da Kevin R. aber seine Arme schützend vor das Gesicht hielt, erlitt er eine weitere Wunde am linken Unterarm. Als ein Passant auf das Geschehen aufmerksam wurde, eilte er R. zu Hilfe. Abdulrahman und sein Bruder flohen, wurden aber wenig später festgenommen. Zum Auftakt der Verhandlung machte keiner der beiden Angaben. Abdulrahman hatte nach der Tat behauptet, er habe sich lediglich gewehrt. Ein Urteil wird für Ende Juni erwartet.

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