In der Altstadt werden 150 neue Bäume gepflanzt. Das hat der Bauausschuss im Stadtrat beschlossen. So soll es im Herzen der Stadt grüner und in den heißen Sommermonaten kühler werden. Im kommenden Herbst sollen die ersten Bäume in der Sendlinger Straße gepflanzt werden. Die weiteren Baumgruben will das Baureferat in den kommenden Jahren schrittweise realisieren.
Die dafür nötigen Arbeiten würden „in Abstimmung zu den Abhängigkeiten von Freischankflächen, Veranstaltungen wie dem Christkindlmarkt und anderen Baumaßnahmen“ realisiert, „um möglichst wenige Einschränkungen in der Fußgängerzone zu verursachen“, wie die Stadt mitteilt. In der Regel sollten die Bäume selbst dann zwischen Oktober und März gepflanzt werden.
„Es muss unser Ziel sein, dass die 28 Millionen Menschen, die jedes Jahr in die Fußgängerzone kommen, dies auch bei hochsommerlichen Temperaturen gerne und gut tun können“, sagte Bürgermeister Dominik Krause (Grüne). Mehr Grün durch mehr Bäume an geeigneten Stellen sei dafür die „effektivste Antwort“. Der baupolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Klaus Peter Rupp, sagte, neue Bäume in der Innenstadt seien ein „Gewinn für alle“. Wichtig sei, dass die einzelnen Standorte mit Anliegern und Gewerbetreibenden abgestimmt würden.
Die geplanten Baumpflanzungen hatten zuletzt viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen, weil sie immens teuer sind. Bis zu 95 000 Euro kostet es, einen einzigen Baum in der Fußgängerzone zu pflanzen, heißt es vom Baureferat. Das liegt an der Planung, am Graben und Verschließen der Grube – und auch daran, dass mitunter Leitungen und Rohre anders verlegt werden müssen. Bei insgesamt 150 Bäumen für die Altstadt summieren sich die Kosten also auf mehrere Millionen Euro.
„Neue, klimaresistente Bäume an intensiv genutzten und bisher versiegelten Orten sind eine große Herausforderung“, sagte Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer. Nur mit einem für enorme Belastungen ausgelegten „baulichen Schutz der Wurzelbereiche“ hätten neue Bäume in der Altstadt langfristig gute Entwicklungschancen.
Finanziert werden die Bäume durch die „Rückführung von Fördermitteln in die Baumpflanzpauschale des städtischen Haushalts“, wie die Stadt mitteilt. Die KfW-Förderbank und die Regierung von Oberbayern hätten bereits Fördergeld in Aussicht gestellt. Außerdem seien bei einem Spendenaufruf unter dem Motto „Schatten spenden“ 170 000 Euro eingegangen, die ebenfalls für die Pflanzungen verwendet würden.
Die Fraktion CSU/Freie Wähler kritisierte das Projekt. Man begrüße Maßnahmen, die die Altstadt lebenswerter machen, sagte ihr baupolitischer Sprecher Alexander Reissl. Doch die Bäume seien in Zeiten knapper Kassen schlicht zu teuer. „Hier erwarten wir von der Stadtverwaltung mehr Augenmaß und wirtschaftlich tragfähige Lösungen, damit ökologische Verbesserungen nicht zulasten anderer dringend notwendiger Investitionen gehen.“

