Rapper Yakary im BackstageSing-Sang und Skandale

Lesezeit: 2 Min.

Yakary kommt nach München. Ein Album hat er bis jetzt noch nicht herausgebracht, dafür rund 40 Songs.
Yakary kommt nach München. Ein Album hat er bis jetzt noch nicht herausgebracht, dafür rund 40 Songs.
Ömer Furkan

Yakary ist für seine eingängige Musik bekannt, eckt aber auch an. Es fällt schwer, den Künstler genau so zu mögen wie seine Songs. Nun legt er einen Tourstopp im Backstage ein.

Von Linus Freymark

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Es kann manchmal schnell gehen im Rapperleben. Ein, zwei Songs, die durch die Decke gehen – zack, wird man über Nacht zur neuen Deutschrap-Hoffnung. Liefert man danach weitere Hits, wollen einen die Labels. Blöd nur, wenn man sich dann den ein oder anderen Skandal leistet. Dann war’s das mit dem Plattenvertrag nämlich wieder.

All das hat Yakary nach erst zwei Jahren im Deutschrap-Game schon durch. Davor war Can Saçik, wie Yakary bürgerlich heißt, schon als Cano unterwegs und hatte immerhin eine Veröffentlichung auf dem Videokanal von Xatar zu verbuchen. Mit „Ketamin“ und „sonnenbank.mp3“ tauchte der junge Mann aus Celle plötzlich unter neuem Namen in den Charts und auf Konzertbühnen auf.

Und weil sein Sing-Sang-Rap die mit Autotune aufgewachsene Gen Z dazu veranlasste, kontinuierlich für Klickzahlen im zweistelligen Millionenbereich zu sorgen, wurden bald die alteingesessenen Stars der Szene auf Yakary aufmerksam, Klicks sind schließlich Geld in dieser durchdigitalisierten Welt. PA Sports nahm Yakary bei seinem Label „Life is Pain“ unter Vertrag. Ein Kickstart, von dem in vielen Jugendzimmern geträumt wird.

Und Yakary? Liefert. Zwar hat er bislang kein einziges Album rausgebracht, auf der Habenseite stehen bei ihm dafür rund 40 Songs, mit eingängigen Beats und Texten über Frauen, Drogen und die eigene Großartigkeit. Nebenbei klärt er den geneigten Hörer darüber auf, warum es bislang kein Album von ihm gibt. Ganz einfach: Seine finanzielle Lage zwingt ihn nicht dazu. „Mach doppelt soviel mit ,Sonnenbank‘ wie du mit deinem Album“, heißt es in „Taboo“. Der Song ist mit der letzte von Yakary, der beim Label von PA Sports erschienen ist. Im Juli dieses Jahres kündigte die Ikone des deutschen Depri-Raps allerdings an, die Zusammenarbeit zu beenden – diese sei ein ewiger „Drahtseilakt“, erklärte PA Sports.

Yakary hatte für seinen Labelchef offenbar den einen Skandal zu viel gebracht: Auf Instagram hatte er ein Video gezeigt, in dem sich ein Model aus einem seiner Musikvideos offenbar selbst befriedigt. „Völlig geschmacklos“ sei das gewesen, konstatierte PA Sports. Wenn man so will, hat Yakary mit seinem Rauswurf neue Maßstäbe gesetzt: Dass es im von Machos und Mackern dominierten Deutschrap Konsequenzen für frauenverachtende Aktionen gibt, kommt schließlich nicht alle Tage vor.

Wie so oft stellt sich nach solchen Skandalen die Frage, ob man die Songs eines solchen Künstlers überhaupt noch hören möchte. Im Falle von Yakary wird die Antwort darauf dadurch erschwert, dass seine Musik leider Gottes Spaß macht. Bei „Camilla“ etwa sieht man sich mit heruntergelassenem Autofenster durch den Spätsommer fahren, „Moonlight Dreams“ dürfte das Backstage bei Yakarys Tourstopp in München zum Beben bringen. Ebenfalls ein Pluspunkt für das Dasein als Rapper:  Yakary bringt eine Mafia-Mentalität mit, die über das Kriminalitätslevel der im Deutschrap zahlreich vertretenen Kleinkriminellen hinausgeht.

Die Voraussetzungen für eine große Karriere als Chartstürmer und Bühnengast würde Yakary also haben. Umso bedauerlicher, dass er immer wieder Aktionen bringt, die es einem schwer machen, den Menschen hinter dem Künstler genauso zu mögen wie seine Musik. Was er auf der Bühne kann, wird Yakary im Backstage zeigen. Wie es nach seiner Tour für ihn weitergeht? Ob es nach oben oder unten geht? Bei Yakary ist alles möglich – in beide Richtungen.

Yakary, Freitag, 5. September 2025, Backstage, Beginn 20 Uhr.

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