Die autonomen Autos kommen in Fahrt: Nachdem in München bereits die US-Unternehmen Waymo und Uber begonnen haben, fahrerlose Taxis zu testen, haben an diesem Montag nun auch die Stadtwerke München und die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) zusammen mit der Ingenieurgesellschaft für Auto und Verkehr (IAV) Tests mit autonomen Fahrzeugen gestartet. Die Autos vom Typ VW ID Buzz sollen später als „On-Demand-Shuttles“, also als online bestellbare Sammeltaxis, den öffentlichen Nahverkehr in München ergänzen.
Die Tests finden mit drei Autos im Stadtviertel Gern im Rahmen des Forschungsprojekts Minga zum autonomen Fahren statt. An dem Projekt beteiligt sich neben verschiedenen Technologiepartnern auch die Landeshauptstadt. Zunächst sind die blauen VWs noch ohne Fahrgäste und mit Sicherheitsfahrpersonal am Steuer unterwegs.
In der ersten Phase konzentriert sich der Testbetrieb auf die sichere und stabile Inbetriebnahme des autonomen Fahrsystems im öffentlichen Straßenraum. Die Fahrzeuge fahren dabei auf festgelegten Strecken und sammeln Daten zu Fahrverhalten, Wahrnehmung des Umfelds, Verkehrsinteraktion und Betriebsstabilität.
Wenn der Betrieb sicher und zuverlässig funktioniert, wird das Betriebsgebiet ausgeweitet und das On-Demand-System des Technologiepartners Ioki integriert. Die Fahrzeuge erhalten dann ihre Fahrtrouten auf Basis kurzfristiger Fahrtwünsche, die das autonome System anschließend ausführt. Die Software sorgt dafür, dass Fahrgäste später ihre Fahrt per App buchen können.
In einer späteren Projektphase ist auch die Mitfahrt ausgewählter Testpassagiere vorgesehen. Wann es so weit ist, steht noch nicht fest. Interessierte können sich aber schon jetzt unter mvg.de/minga-anmeldung registrieren und werden benachrichtigt, sobald die Mitfahrt möglich ist.
Laut Münchens Mobilitätsreferent Georg Dunkel findet das Forschungsprojekt in einem Gebiet statt, dessen Feinerschließung bislang vor allem durch den Fuß-, Rad- und Individualverkehr geprägt sei. „Hier können wir unter realen Bedingungen erproben, wie ein flexibles On-Demand-Angebot die Anbindung an die U-Bahn sinnvoll ergänzt und die erste und letzte Meile attraktiver macht“, so Dunkel. Gleichzeitig gewinne man wichtige Erkenntnisse darüber, wie autonome Mobilität sicher und verlässlich in den öffentlichen Nahverkehr integriert werden kann.

