Autobahnkreuz München-OstSo soll der Verkehr im Münchner Osten künftig besser fließen

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Die A99 wird sukzessive ausgebaut (Archivbild).
Die A99 wird sukzessive ausgebaut (Archivbild). Florian Peljak
  • Die A99 im Osten von München wird sukzessive auf acht Spuren erweitert und das Autobahnkreuz München-Ost ab etwa 2032 umgebaut.
  • Der Umbau des Autobahnkreuzes wird sechs bis sieben Jahre dauern.
  • Die Autobahn GmbH prognostiziert für 2035 eine Verkehrszunahme um etwa 20 Prozent auf der A99 und A94.
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Die A99 im Osten von München gehört zu den meistbefahrenen Autobahnen Mitteleuropas – und wird sukzessive auf acht Spuren erweitert. Mit dem Umbau des Autobahnkreuzes wird hier eine Jahrhundertbaustelle entstehen.

Von Martin Mühlfenzl

Wenn es am wichtigen Autobahnkreuz im Münchner Osten zu Verstopfungen kommt, spüren das die Menschen sowohl im Umland als auch in der Landeshauptstadt. Schließlich gehört die Ostumfahrung der A99 mit mehr als 160 000 Fahrzeugen am Tag zu den meistbefahrenen Autobahnen Mitteleuropas und wichtigsten Transitrouten durch den Kontinent. Staut es sich hier, bremst ein Unfall den Verkehr aus oder behindern Baustellen den Verkehrsfluss, kann dies Auswirkungen auf den gesamten Großraum haben – denn dann weicht der Verkehr auch auf Routen in der Stadt, wie den Mittleren Ring, aus.

Belastungsproben dieser Art sind für Pendlerinnen und Pendler wie auch für die Anwohner, insbesondere im Münchner Osten, alltäglich. Mindestens bis Ende der Dreißigerjahre aber wird sich die A99 – und mit ihr die sie querende A94 – in eine Jahrhundertbaustelle verwandeln, deren Dimension die bisherigen Ausbauarbeiten an Bayerns wichtigster Autobahn in den Schatten stellen wird. Denn voraussichtlich in etwa sechs Jahren werden die Umbauarbeiten am Autobahnkreuz München-Ost beginnen, das in seiner Form als sogenanntes Kleeblatt das immer weiter steigende Verkehrsaufkommen bei Weitem nicht mehr bewältigen kann.

Der Umbau des Autobahnkreuzes ist zwar nur eine Maßnahme innerhalb des Pakets „achtspuriger Ausbau der A99“, aber mit Abstand die komplexeste. Begonnen hat die Erneuerung sowie der Ausbau der Ostumfahrung nördlich der Landeshauptstadt am Autobahnkreuz München-Nord, über das Autos und Lastwagen seitdem über lang gezogene, großzügige Rampen von Nürnberg kommend auf die Ostumfahrung Richtung Süden geleitet werden. Der Verkehrsfluss an diesem neuralgischen Punkt hat sich mit dem Umbau deutlich verbessert. Grundsätzlich, macht ein Sprecher der Autobahn GmbH Südbayern, deutlich, seien die Autobahnkreuze stets die Bauwerke, die mit oberster Priorität instandgehalten und erneuert werden müssten, um den Verkehr am Laufen zu halten.

Eine entscheidende Rolle spielt dabei aber auch die Erweiterung der A99 an sich, die seit 2024 vom Kreuz Nord bis zur Anschlussstelle Kirchheim vor dem Autobahnkreuz München-Ost auf acht Spuren befahrbar ist. In Spitzenzeiten und bei hohem Verkehrsaufkommen ist es sogar möglich, auf beiden Fahrbahnen zusätzlich jeweils den Seitenstreifen für den Verkehr freizugeben. Dass der achtspurige Ausbau keinen Flächenverbrauch nach außen verursacht hat, ist einer Entscheidung der Verkehrsplaner in den Sechziger- und Siebzigerjahren zu verdanken: Diese beschlossen damals mittig zwischen den beiden Fahrbahnen Platz für eine mögliche, spätere Erweiterung freizuhalten.

Diese erfolgt nun mit Beginn der Dreißigerjahre auch im nächsten Bauabschnitt auf der Ostumfahrung der A99 von Kirchheim bis über die Anschlussstelle Haar hinaus. Erweitert werden soll zudem die A94 im Umgriff des Autobahnkreuzes München-Ost bis Parsdorf und in Richtung München über die Anschlussstelle Feldkirchen-Ost. Insbesondere der Zubringerverkehr in die Landeshauptstadt auf der Passauer Autobahn soll dadurch verbessert werden. Denn für das Jahr 2035 prognostiziert die Autobahn GmbH eine Zunahme des Verkehrs auf beiden Autobahnen um etwa 20 Prozent.

SZ-Grafik

Das zentrale Vorhaben an der Kreuzung der beiden Autobahnen aber ist die Umgestaltung des Kreuzes Ost, das bei laufendem Betrieb auf zwei Ebenen umgebaut werden soll. Aus dem Kleeblatt soll dabei eine sogenannte abgewandelte Windmühle werden. Die Fahrzeuge werden dann nicht mehr wie derzeit über kurze und enge Kurven abgeleitet. Sondern sollen von der A99 aus nördlicher Richtung über eine lange Rampe auf die A94 Richtung Passau sowie von der Passauer Autobahn ebenfalls über eine deutlich verlängerte Spur auf die Ostumfahrung Richtung Salzburg geleitet werden.

Derzeit befindet sich das Projekt in der Vorbereitung für das Planfeststellungsverfahren. Dieses soll noch in diesem Jahr eingeleitet werden. Aufgrund der Möglichkeit von betroffenen Kommunen, aber auch Privatpersonen, gegen das Vorhaben Einsprüche einzulegen, kann diese Planfeststellung mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Die Autobahn GmbH rechnet daher mit einem Baubeginn frühestens im Jahr 2032. Ein Sprecher spricht mit Blick auf den Umbau des Autobahnkreuzes Ost zudem von einem Projekt, das „an die Grenzen des technisch Machbaren“ geht. Dies führe auch zu einer extrem langen Bauzeit: Die Autobahn GmbH gehe derzeit von sechs bis sieben Jahren aus, sagt der Sprecher.

Der Umbau des Autobahnkreuzes sowie die Fortsetzung des achtspurigen Ausbaus der A99 werden allerdings nicht die einzigen Belastungen sein, der Pendler und Anwohner mindestens im kommenden Jahrzehnt ausgesetzt sein werden. Im direkten Umfeld des Autobahnkreuzes muss die Kreisstraße EBE4, die eine wichtige Ausweichroute bei Staus auf der A99 sowie Alternativroute nach Feldkirchen und zur Messe Riem darstellt, komplett neu gebaut werden. Hierfür hat der Kreistag des Landkreises München am Dienstag den Weg frei gemacht: Geplant ist ein Rückbau der bestehenden Kreisstraße und eine weiträumige Verlegung, mit der auch die umliegenden Ortsteile Weißenfeld und Ottendichl entlastet werden sollen.

Wie sehr die aus den Siebzigerjahren stammende Infrastruktur im Münchner Osten an ihr Limit gekommen ist, wird zudem etwas weiter südlich deutlich: An der Anschlussstelle Haar muss die aus dem Jahr 1973 stammende Brücke der Bundesstraße 304 über die Ostumfahrung abgerissen und neu gebaut werden. Von 2026 wird eine Behelfsbrücke errichtet, über die während der etwa zweijährigen Bauzeit die nahezu 40 000 Fahrzeuge am Tag geführt werden sollen.

Dort aber werden die Bemühungen, die Infrastruktur im Münchner Osten instand zu setzen, nicht enden. Nach dem Umbau des Autobahnkreuzes München-Ost und dem achtspurigen Ausbau bis Haar wird Ende des kommenden Jahrzehnts die Erweiterung der A99 bis zum Kreuz München-Süd und dessen Umbau in Angriff genommen.

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