Sternenbilder der Nasa und alt-ägyptische Bildsymbole – das sind die visuellen Anklänge der neuesten immersiven Lichtshow Infinity, die seit diesem Sonntag das Kirchenschiff von St. Markus erfüllt. Es ist nicht das erste Mal, dass kurz nach Neujahr die evangelisch-lutherische Pfarr-, Universitäts- und Dekanatskirche mit einer Lichtshow zum Innehalten einlädt. Wie die Vorgänger „Genesis“ und „Eonarium“ wurde „Infinity“ vom Zürcher Künstlerkollektiv Projektil erschaffen.
Begleitet wird die Hommage an den ewigen Kreislauf von Leben, Tod und Wiedergeburt von sphärischen Klängen zwischen Gregorianik, Klassik und zeitgenössischen Beats. Außerdem – und das ist neu in diesem Jahr – wird die Kirchenshow mit gesprochenen Texten des britischen Religionsphilosophen Alan Watts kombiniert. Texte, die sich mit Gedanken aus dem Buddhismus, Daoismus und Hinduismus beschäftigen.
Infinity ist bis zum 12. April mit mehreren Vorstellungen täglich zu erleben, am 26. und 27. März begleitet vom Posaunen-Chor St. Markus, am 21. und 22. März vom Markus-Chor und am 25. Januar sowie 14. März vom Markus-Organisten Michael Roth, der Improvisationen zur Lichtshow spielt. Infos unter projektilexperiences.com.
Auf den Styx, den sagenhaften Fluss der griechischen Mythologie, auf dem ein Fährmann die Seelen der Toten in den Hades befördert, geht es Ende des Monats im Museum für Abgüsse klassischer Bildwerke. Und zwar mit einem performativen Grenzgänger, bei dem Licht, Musik, Sprache und Bewegung mit den Statuen im Museum verschmelzen sollen. Das Meta Theater München zeigt in Kooperation mit Oester & Muziektheater Transparant Antwerpen als deutsche Erstaufführung die Performance Styx / Passages.
Diese ist, so heißt es in der Ankündigung, „ein Echo auf die flüchtigen Begegnungen zwischen Leben und Tod, Vergangenheit und Gegenwart, Realität und Vorstellung. Es verkörpert ein Niemandsland, in dem gegensätzliche Welten aufeinandertreffen“. Die Aufführungen finden am Freitag, 30. Januar, und am Samstag, 31. Januar, jeweils um 16 und 18 Uhr im Abgussmuseum, Katharina-von-Bora-Straße 10, statt. Infos unter abgussmuseum.de.
Der Ort, an dem außergewöhnliche Performances und Grenzgänger zwischen Bild, Licht, Sound und Wort längst ein festes Zuhause gefunden haben, ist das Haus der Kunst. Und zwar in Form der Echos-Reihe im Westflügel. Ende Januar startet die aktuelle Ausgabe mit dem Titel Echoes. Skin Contact. Das ganz Jahr über widmet sich die Live-Ausstellung der Echoes-Reihe „dem Erwachsenwerden in einer digitalisierten Welt“ und untersucht „die Verbindung zwischen Menschen, Technologie und nicht-menschlichen Wesen“, so die Ankündigung.
Das zugehörige Festival startet am Freitag, 30. Januar, mit einem Konzert der kanadischen Komponistin und Musikerin Kara-Lis Coverdale, gefolgt von der Performance „The Weight of the World“ des britischen Künstlers Ed Atkins. Künstlergespräche, Konzerte mit Sounds von Digital Noise bis Pop sowie ein immersives Hörspiel von OMSK Social Club stehen am Samstag, 31. Januar, auf dem Programm. Am Sonntag, 1. Februar, wird’s kulinarisch und zwar mit der Performance „Living Room Concept“. Die amerikanische Köchin, politische Aktivistin und Künstlerin Angel Dimayuga lädt zu einem gemeinsamen Abendessen unter Freunden ein.
Weiter geht’s am Freitag, 6. Februar, mit der Performance „Skin Contact“ des australischen Choreografen und Tänzers Adam Linder, gefolgt von einem Gespräch mit dem Künstler. Am Samstag, 7. Februar, präsentiert OMSK Social Club noch einmal das immersive Hörspiel „Our Brood“, danach gibt’s eine multimediale Performance von Damsel Elysium aus Großbritannien mit Stimme und Streichinstrumenten, ein von südamerikanischen Rhythmen und Naturaufnahmen geprägtes Live-Set des in Uruguay geborenen und in Barcelona lebenden Produzenten Lechuga Zafiro, und schließlich kann man beim DJ-Set von Still zu Dub und Percussions seinem Bewegungsdrang freien Lauf lassen. Das Festival endet am Sonntag, 8. Februar, mit einem Konzert der französischen Musikerin Malibu und dem Animationsfilm „Flow“ des lettischen Filmemachers Gints Zilbalodis, der für diesen Film im vergangenen Jahr mit dem Oscar in der Kategorie Bester Animationsfilm ausgezeichnet wurde. Infos unter hausderkunst.de.

